Kochgeschirr aus Keramik hält immer öfter Einzug in heimische Küchen. Dabei müssen allerdings zwei Varianten unterschieden werden: Denn es gibt sowohl Kochgeschirr, das zur Gänze aus Keramik besteht, als auch Töpfe und Pfannen, bei denen nur die Innenseite mit Keramik beschichtet ist. Außenseite und Kern hingegen bestehen meist aus einem robusten Metallkern. Der Vorteil dieser Variante liegt auf der Hand: Sie ist um einiges leichter als Kochgeschirr, das zur Gänze aus Keramik besteht.
Was ist Keramik?
Keramik besteht im Prinzip aus anorganischen Materialien wie Tonerde, Mineralien wie etwa Feldspat und/oder Quarz und Wasser. Diese werden gemischt, geformt, getrocknet und gebrannt. Keramik ist jedoch nicht gleich Keramik: Unter dem Begriff werden nämlich sowohl Porzellan als auch Steingut oder Steinzeug zusammengefasst. Letzteres ist auch das Material, das zur Herstellung von Kochgeschirr verwendet wird.
Der Unterschied liegt in den verschiedenen Zusammensetzungen und den damit verbundenen Brenntemperaturen. Für Porzellan wird spezieller Porzellanton (Kaolinerde) verwendet, die Brenntemperatur beträgt etwa 1450 Grad Celsius. Für Steinzeug kommt Tonerde mit einem hohen Anteil an Aluminium- und Eisenoxid zum Einsatz, gebrannt wird es bei 1.100 bis 1.300 Grad. Sowohl Porzellan als auch Steinzeug sind wasserundurchlässig. Zur Herstellung von Steingut, das bei 970 bis 1.300 Grad gebrannt wird, werden Ton, Quarz, Feldspat sowie beispielsweise Kalcit verwendet. Steingut ist nicht von sich aus wasserundurchlässig. Damit es soweit kommt, muss Geschirr aus Steingut glasiert und ein zweites Mal gebrannt werden.
Welche Vorteile hat Kochgeschirr aus Keramik?
Keramik hat einige Eigenschaften, die beim Kochen durchaus von Vorteil sind: Zum einen punktet es mit Härte und Kratzfestigkeit. Zum anderen damit, dass mit Keramik beschichtetes Kochgeschirr je nach Qualität und Ausführung auch für hohe Temperaturen von bis zu 400 Grad geeignet ist. Kochgeschirr aus reiner Keramik hingegen mag es nicht ganz so heiß: Dieses sollte nicht mehr als 260 Grad ausgesetzt werden.
Darüber hinaus ist das Material hart, kratzfest und geschmacksneutral. Ein weiteres Plus ist, dass Kochgeschirr aus Keramik Wärme besonders gut speichert – das erleichtert gleichmäßiges Garen und hilft außerdem, Energie zu sparen. Aufgrund der natürlichen Antihaftwirkung des Materials ist darüber hinaus zum Kochen und Braten nur wenig Fett notwendig, gleichzeitig gelten Pfannen, Auflaufformen und Töpfe aus Keramik beziehungsweise mit Keramikbeschichtung als gute Alternative zu Antihaft-Pfannen mit PTFE (Teflon™)-Beschichtung, so die deutsche Verbraucherzentrale.

Gibt es auch Nachteile?
Ja. Der Spruch „Kein Vorteil ohne Nachteil“ gilt auch für Kochgeschirr aus Keramik. Glasuren und Farben, die auf keramische Gegenstände aufgetragen werden, können Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Kobalt enthalten, die in Lebensmittel übergehen können, warnt die deutsche Verbraucherzentrale. Achten Sie daher beim Kauf auf entsprechende Informationen oder greifen Sie im Zweifelsfall zu einem weißen beziehungsweise nicht glasierten Produkt. Eine Antihaftbeschichtung aus Keramik kann weiters im Laufe der Jahre an Wirkung verlieren – legen Sie daher Wert auf Qualität.
Ist Kochgeschirr aus Keramik leicht zu reinigen?
Töpfe und Pfannen aus Keramik sind leicht zu reinigen. Meist reicht es, diese händisch mit Wasser und etwas Spülmittel abzuwaschen. Gibt es doch einmal hartnäckige Rückstände, sollten diese keinesfalls mit Scheuermittel oder Stahlwolle entfernt werden. Geben Sie statt dessen lauwarmes Wasser und ausreichend Spülmittel hinein und lassen sie dieses eine Zeitlang einwirken. Reinigen Sie das Kochgeschirr aus Keramik danach wie gewohnt mit einer Nylonbürste oder einem Schwamm.
Gut zu wissen:
- Vermeiden Sie Temperaturschocks. Lassen Sie daher vor der Reinigung das Kochgeschirr aus Keramik abkühlen.
- Kochgeschirr aus Keramik beziehungsweise Steinzeug sollte vollständig trocken sein, ehe es wieder in den Schrank geräumt wird
- Verwenden Sie kein kalt gepresstes Olivenöl, wenn Sie mit Kochgeschirr aus Keramik kochen. Bei hohen Temperaturen kann es die Oberfläche verkleben, wodurch die Antihaftwirkung beeinträchtigt wird. Verwenden Sie besser Öle, die hoch erhitzt werden können.
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