Die Sommer werden heißer, die Klimaanlage wird vom Luxus zum Standard. Doch wie jedes technische Gerät, liefert sie nur dann volle Leistung bei niedrigem Stromverbrauch, wenn sie regelmäßig gewartet wird. Wer die Wartung vernachlässigt, zahlt am Ende doppelt: über die Stromrechnung und über die verkürzte Lebensdauer der Anlage. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Warten von Klimaanlagen achten sollten.
Wie oft muss eine Klimaanlage gewartet werden?
„Es wird empfohlen, eine Klimaanlage zumindest einmal im Jahr warten zu lassen“, sagt Hasan Saglam, Geschäftsführer der TVG Klimatechnik GmbH. Wird das Gerät nicht nur zum Kühlen, sondern wie bei modernen Luft-Luft-Wärmepumpen üblich, auch zum Heizen eingesetzt, läuft es praktisch das ganze Jahr. In diesem Fall sollten zwei Wartungen pro Jahr eingeplant werden.
Der ideale Zeitpunkt ist dem Kältetechnik-Experten zufolge das Frühjahr vor Beginn der Kühlsaison sowie gegebenenfalls der Herbst vor der Heizperiode. „Zu diesen Jahreszeiten haben die Fachfirmen mehr Kapazitäten. Wer erst bei 35 Grad im Juli anruft, wartet mitunter wochenlang auf einen Termin“, so Saglam. Sein Tipp: Ein Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb sichert fixe Termine, Vorrang im Störungsfall und planbare Kosten.
Gibt es in Österreich eine Wartungspflicht für Klimaanlagen?
„Im privaten Bereich gibt es grundsätzlich keine gesetzliche Wartungspflicht für Klimaanlagen“, sagt Saglam. Anders im gewerblichen Bereich: Hier sind gesetzlich abhängig von der eingesetzten Kältemittelmenge regelmäßige Dichtheitskontrollen durch zertifizierte Fachbetriebe verpflichtend vorgeschrieben, samt Dokumentation im Anlagenbuch. Und auch Privatkunden sollten wissen: Viele Hersteller knüpfen ihre Garantie an den Nachweis einer regelmäßigen fachgerechten Wartung. „De facto ist die jährliche Wartung also auch privat gut investiertes Geld, schon allein, um die Garantieansprüche nicht zu verlieren“, betont der Experte.
Was kann ich bei der Klimaanlagen-Wartung selbst machen?
Wer selbst Hand anlegen möchte, kann und soll das bei zwei Tätigkeiten tun: bei der Reinigung beziehungsweise dem Tausch der Filter beim Innengerät und bei der Entfernung von Laub und Schmutz rund um das Außengerät. Alles darüber hinaus gehört in Profihände. „Selbst am Kältekreis zu arbeiten, ist absolut tabu. Diese Arbeiten dürfen ausschließlich zertifizierte Fachbetriebe mit entsprechender Sachkundebescheinigung durchführen“, stellt Saglam klar. Das ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch gesetzlich so geregelt.
Wann muss ein Techniker zur Klimaanlagen-Wartung gerufen werden?
Immer dann, wenn es um den Kältekreis geht, etwa bei der Dichtheitsprüfung. Dabei wird kontrolliert, ob Kältemittel über einen feinen Haarriss in die Atmosphäre entweicht. Darüber hinaus gibt es klare Warnsignale, bei denen umgehend der Profi gefragt ist: Wasseraustritt beim Innengerät, Eisbildung am Außengerät, ungewöhnliche Geräusche, ein muffiger Geruch oder spürbar nachlassende Kühlleistung. „Und selbstverständlich, wenn eine Fehlermeldung angezeigt wird“, sagt Saglam. Wer diese Signale ignoriert, riskiert, dass aus einer kleinen, günstig behebbaren Ursache ein teurer Kompressorschaden wird.
Was kostet die Wartung einer Klimaanlage in Österreich?
Für die Wartung einer Single-Split-Anlage, also einem Innen- und einem Außengerät, muss laut Saglam mit Kosten zwischen 250 und 350 Euro gerechnet werden. Je mehr Innengeräte angeschlossen sind, desto höher fällt der Preis angesichts des größeren Zeitaufwands aus. Bei Wartungsverträgen mit fixen Intervallen sind zudem oft vergünstigte Konditionen möglich.
Welche Filter muss ich bei der Klimaanlage reinigen und wie?
In der Regel ist es der Grobstaubfilter, der regelmäßig gereinigt werden sollte, in der Hauptsaison idealerweise alle zwei bis vier Wochen. Dazu wird die Frontklappe geöffnet, der Filter entnommen und abgesaugt. Bei starker Verschmutzung kann er zusätzlich mit lauwarmem Wasser gespült werden. „Ganz wichtig ist, den Filter vollständig trocknen zu lassen, ehe man ihn wieder einsetzt. Ein feuchter Filter ist ein idealer Nährboden für Schimmel“, rät Saglam. Anders verhält es sich bei den in manchen Geräten zusätzlich verbauten Aktivkohle- oder Feinstaubfiltern: Diese lassen sich nicht reinigen und müssen nach Herstellerangabe ausgetauscht werden. Die passenden Originalfilter gibt es beim Fachbetrieb.

Was passiert, wenn man die Klimaanlage nicht wartet?
Fehlende Wartung rächt sich gleich mehrfach. Verschmutzte Filter und Wärmetauscher lassen die Leistung sinken, während der Stromverbrauch spürbar steigt. „Das können schon 15 bis 25 Prozent Mehrverbrauch sein, bei den heutigen Strompreisen ein echter Kostenfaktor“, so Saglam. Auch die Luftqualität und damit die Gesundheit können leiden: Feuchte Filter und Ablagerungen sind ein Nährboden für Schimmel und Bakterien, die dann über den Luftstrom im Raum verteilt werden. Und nicht zuletzt drohen technische Folgeschäden. Ein verschmutzter Wärmetauscher zwingt den Kompressor dauerhaft zu Höchstleistung, wodurch das teuerste Bauteil der Anlage massiv schneller altert. Kommt es zum Schaden, ist ohne Wartungsnachweis meist auch die Herstellergarantie verloren. „Eine gewartete Anlage verbraucht deutlich weniger Strom, hält länger und erspart teure Reparaturen. Über die Lebensdauer gerechnet ist die Wartung die günstigste Versicherung, die man für seine Klimaanlage abschließen kann“, so der TVG-Geschäftsführer.
Wie reinige ich das Außengerät der Klimaanlage richtig?
„Das Wichtigste ist, zu verhindern, dass der Wärmetauscher an der Rückseite des Außengeräts verlegt oder verdeckt wird“, sagt Saglam. Laub, Gras, Pollen und Schmutz, die sich dort ansammeln, sollten daher regelmäßig entfernt werden, am besten mit einer weichen Bürste oder vorsichtig mit dem Staubsauger. Auch das Gehäuse kann bei Bedarf gereinigt werden. Ein Gerät ist dabei allerdings streng verboten: der Hochdruckreiniger. „Der harte Wasserstrahl verbiegt die feinen Aluminium-Lamellen des Wärmetauschers. Sind die Lamellen einmal umgelegt, kann die Luft nicht mehr ungehindert durchströmen und die Leistung sinkt dauerhaft“, warnt der Kältetechniker, der dazu rät, die gründliche Reinigung des Wärmetauschers, etwa mit speziellen Lamellenreinigern, dem Fachbetrieb im Zuge der jährlichen Wartung zu überlassen.
Muss die Klimaanlage vor dem Winter gewartet werden?
Der Zeitpunkt der Wartung bleibt grundsätzlich jedem selbst überlassen. Wer das Gerät ausschließlich zum Kühlen nutzt, ist mit einer Wartung im Frühjahr bestens aufgestellt, denn so startet die Anlage zuverlässig und effizient in den Sommer. Wird die Klimaanlage aber auch zum Heizen verwendet, empfiehlt sich zusätzlich ein Service vor der Heizperiode. „Im Heizbetrieb läuft das Außengerät bei Wind und Wetter unter Volllast. Da will man sicher sein, dass alles sauber, dicht und einwandfrei eingestellt ist“, so Saglam.
Müssen auch mobile Klimageräte gewartet werden?
Jein. Mobile Geräte haben einen hermetisch geschlossenen Kältekreis, ein klassisches Kältekreis-Service entfällt daher in der Regel. „Was aber auf alle Fälle regelmäßig geschehen sollte, ist die Reinigung des Filters“, sagt Saglam. Zusätzlich sollte der Kondensatbehälter regelmäßig entleert und das Gerät vor dem Einwintern trocken und staubgeschützt verstaut werden.
Klimaanlage warten: Gut zu wissen
- Eine professionelle Klimaanlagen-Wartung umfasst in der Regel: Funktions- und Sichtprüfung, Dichtheitskontrolle des Kältekreises, Kontrolle der Betriebsdrücke und Temperaturen, Reinigung und Desinfektion von Filtern und Wärmetauschern, gegebenenfalls Filtertausch, Prüfung des Kondensatablaufs, Austausch von Verschleißteilen sowie die Dokumentation im Anlagen- bzw. Prüfbuch.
- Wichtig zu wissen: Kältemittel ist kein Verbrauchsmaterial. Eine dichte Anlage verliert kein Kältemittel. Nachgefüllt wird nur, wenn zuvor ein Leck gefunden und fachgerecht repariert wurde.
- Vergleichen Sie vor der Beauftragung den Leistungsumfang der Angebote. Der günstigste Preis nützt wenig, wenn wesentliche Prüfpunkte fehlen.
- Bei der Neuanschaffung lohnt ein Blick auf Hygiene- und Selbstreinigungsfunktionen wie FrostWash: Sie reduzieren den Reinigungsaufwand und sorgen dauerhaft für bessere Luftqualität.
- Die regelmäßige Wartung ist der Schlüssel zu Effizienz, Hygiene und Langlebigkeit der Anlage und sichert den Erhalt der Herstellergarantie.
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