Immer mehr Hobbygärtner gehen dazu über, ihr Saatgut selbst zu gewinnen und damit die Basis für eine reiche Ernte im nächsten Jahr zu legen. Das spart nicht nur Kosten, sondern trägt auch dazu bei, den Kreislaufgedanken zu forcieren und liebgewonnene Sorten zu bewahren.
Von welchen Gemüsesorten kann ich Saatgut selbst gewinnen?
Um Saatgut selbst von Gemüse gewinnen zu können, braucht es zwei Voraussetzungen: Zum einen müssen die Gemüsesorten – von Salat über Paradeiser bis zu Zucchini – blühen. Zum anderen müssen die Blüten befruchtungsfähig sein, also von Insekten bestäubt werden können. Das ist nicht der Fall, wenn es sich um gefüllte oder sterile Blüten handelt.
Was versteht man unter samenfestem Saatgut?
Samenfestes Saatgut bedeutet, dass die aus diesem gezogene Pflanzen die gleichen Merkmale aufweisen wie die Pflanzen, aus denen die Samen gewonnen wurden. Zudem sind sie immer in der Lage, selbst fruchtbare Samen zu bilden.
Wie gewinnt man Saatgut aus Paradeisern?
Um Saatgut aus Paradeisern gewinnen zu können, müssen die Samen (Kerne) im Inneren des Fruchtgemüses zuerst von ihrer gallertartigen Hülle befreit werden. Legen Sie die Samen dazu zwei bis drei Tage in Wasser und lassen Sie sie danach einige Tage auf Küchenpapier oder einem Kaffeefilter trocknen. Letztere sind deshalb gut geeignet, da die Samen auf ihnen weniger kleben als am Küchenpapier.
Ähnlich können Samen aus anderem Fruchtgemüse wie Gurken, Zucchini oder Kürbissen gewonnen werden: Lösen Sie dazu die Kerne aus der Frucht, entfernen Sie das daran klebende Fruchtfleisch vorsichtig mit kaltem Wasser und lassen Sie die Samen ebenfalls trocknen.
Kein Wasser wird benötigt, um Samen von Paprika oder Melanzani zu gewinnen: Sie brauchen bloß die Samen aus den Früchten zu holen und auf einem Papier/Kaffeefilter trocknen lassen.

Kann man auch aus Zwiebeln Saatgut gewinnen?
Ja, auch Zwiebel oder Lauch liefern Saatgut. Allerdings brauchen Sie dazu Geduld: Denn die Samen werden aus den Blüten des Zwiebelgewächse, die jedoch in der Regel erst im zweiten Jahr blühen, gewonnen. Sobald die die Hülle um die Samen an den kugelförmigen Blüten herum trocken wird, werden Letztere abgeschnitten. Lassen Sie die Blüten noch ein paar Tage an einem warmen, trockenen Ort nachtrocknen und schütteln Sie die Samen dann aus. Entfernen Sie die restlichen Pflanzenteile – fertig.
Wie gewinnt man Samen aus Fisolen?
Um Saatgut aus Fisolen sowie anderen Schmetterlingsblütlern wie Linsen, Erben oder Bohnen zu erhalten, brauchen Sie nur zu warten, bis deren Hülsen leicht rascheln. Ist das der Fall, nehmen Sie einige Hülsen von der inzwischen meist abgestorbenen Pflanze herunter und trocknen Sie diese. Nach einiger Zeit können Sie die mittlerweile trockenen Samen aus den Hülsen nehmen und lagern.
Wie soll Saatgut gelagert werden?
Saatgut sollte dunkel, kühl und trocken gelagert werden. Zur Aufbewahrung sind kleine Schraubgläser, Papierkuverts oder Dosen gut geeignet – und vergessen Sie nicht, Sorte und Erntejahr auf die Behältnisse zu schreiben.

Wie lange ist Saatgut haltbar?
Die Samen von Paradeisern und Paprika sind fünf bis zehn Jahre keimfähig, jene von Kürbis, Zucchini oder Gurken etwa vier bis fünf Jahre. Das Saatgut von Hülsenfrüchten ist zwei bis vier Jahre und von Zwiebeln und Lauch ein Jahr keimfähig.
Saatgut gewinnen: 3 Tipps
- #1: Nutzen Sie nur gesunde, kräftige Pflanzen, –am besten solche, die zur Saisonmitte reif geworden sind, um Saatgut zu gewinnen.
- #2: Samen sollten immer vollständig ausgereift geerntet werden. Ist dies nicht der Fall, keimen die Samen im Frühjahr schlechter oder gar nicht.
- #3: Saatgut kann aber nicht nur aus Gemüsepflanzen, sondern auch aus Sommerblumen und Stauden wie Lavendel gewonnen werden. Dazu wird der gesamte Samenstand abgeschnitten und noch einige Zeit getrocknet. Sobald die Samen ganz trocken sind, lösen sie sich quasi von selbst aus den Samenständen.
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