Kaum ein Gemüse gehört so selbstverständlich zum Herbst wie Kürbis. Er kann cremig, nussig, süß oder würzig schmecken, funktioniert aus dem Ofen genauso gut wie im Curry – und selbst im Kuchen macht er eine erstaunlich gute Figur. Welche Sorten wofür geeignet sind, wann die Schale mitgegessen werden kann und warum Kürbis ernährungsphysiologisch einiges zu bieten hat + 3 Kürbis-Rezepte von unserer Redaktion 🙂
Orange leuchtend vor der Haustür, auf dem Markt in allen Formen gestapelt und im Herbst fixer Bestandteil der Küche: Kürbis hat jetzt Hochsaison. Dabei ist er viel vielseitiger, als sein Ruf als Suppengemüse vermuten lässt.
Er lässt sich rösten, füllen, pürieren, backen und sogar zu Desserts verarbeiten. Je nach Sorte schmeckt er mild, buttrig, nussig oder leicht süßlich. Und weil viele Kürbisse gut lagerfähig sind, begleiten sie uns weit über den Herbst hinaus.
Welche Kürbissorten gibt es und wofür eignen sie sich?
Weltweit gibt es Hunderte Kürbissorten. In der Küche begegnen uns vor allem einige besonders vielseitige Klassiker.
Hokkaido gehört zu den beliebtesten Sorten. Sein Fruchtfleisch ist fest, leicht nussig und relativ aromatisch. Besonders praktisch: Die Schale kann mitgegessen werden und wird beim Garen weich.
Butternut erkennt man an seiner länglichen Birnenform. Er schmeckt mild, leicht süßlich und buttrig und hat vergleichsweise wenig Kerne. Dadurch eignet er sich hervorragend für Ofengerichte, Currys und Pürees.
Muskatkürbis kann sehr groß werden und wird deshalb häufig in Stücken verkauft. Sein Fruchtfleisch ist kräftig orange und besonders aromatisch. Er passt gut zu Gewürzen wie Muskat, Chili, Ingwer oder Zimt.
Spaghettikürbis hat eine Besonderheit: Nach dem Garen zerfällt das Fruchtfleisch in lange Fasern, die tatsächlich ein wenig an Spaghetti erinnern. Sie können direkt mit einer Sauce serviert werden.
Auch kleinere Sorten wie Sweet Dumpling oder Delicata eignen sich hervorragend zum Füllen und Backen.
Kann man die Schale vom Kürbis mitessen?
Das hängt von der Sorte ab. Beim Hokkaido kann die Schale problemlos mitgegessen werden. Auch bei Delicata und einigen kleineren Sorten ist sie nach dem Garen weich genug.
Butternut, Muskatkürbis und andere Sorten haben dagegen meist eine härtere Schale, die vor der Zubereitung besser entfernt wird.
Grundsätzlich gilt: Wird ein Kürbis lange im Ofen gegart, kann auch eine etwas festere Schale weich werden. Wer eine besonders feine Konsistenz möchte, etwa für Püree oder Kuchen, schält ihn trotzdem besser.
Ist Kürbis gesund?
Kürbis besteht zu einem großen Teil aus Wasser und ist dadurch vergleichsweise kalorienarm. Gleichzeitig liefert er Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.
Orangefarbene Sorten enthalten besonders viel Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Vitamin A ist unter anderem wichtig für Sehkraft, Haut und Immunsystem. Dazu kommen je nach Sorte Vitamin C, Kalium und weitere sekundäre Pflanzenstoffe.
Auch Kürbiskerne sind ernährungsphysiologisch interessant. Sie liefern pflanzliches Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren, Magnesium und Zink – und eignen sich geröstet hervorragend als Topping für Salate, Ofengemüse oder Frühstücksgerichte.
Wie erkennt man einen reifen Kürbis?
Bei vielen Sorten hilft der sogenannte Klopftest: Klingt der Kürbis beim Klopfen hohl, ist das ein gutes Zeichen für Reife.
Der Stiel sollte trocken und verholzt wirken, die Schale fest und möglichst unbeschädigt sein. Weiche Stellen oder Risse können darauf hindeuten, dass der Kürbis nicht mehr lange haltbar ist.
Bei angeschnittenen Kürbissen sollte das Fruchtfleisch kräftig gefärbt, fest und frisch aussehen.
Wie lagert man Kürbis richtig?
Unangeschnittene, ausgereifte Winterkürbisse sind erstaunlich lange haltbar. Ideal ist ein trockener, dunkler und eher kühler Platz – allerdings nicht der Kühlschrank. Je nach Sorte können Kürbisse mehrere Wochen bis Monate gelagert werden.
Angeschnittene Stücke gehören dagegen in den Kühlschrank. Am besten wickelt man die Schnittfläche ab oder gibt den Kürbis in einen luftdichten Behälter. Innerhalb weniger Tage sollte er verarbeitet werden.
Kürbis lässt sich außerdem gut einfrieren. Dafür kann er roh gewürfelt oder bereits gegart und püriert eingefroren werden.
Muss ein Kürbis-Rezept immer herzhaft sein?
Ganz und gar nicht. Die natürliche Süße vieler Kürbissorten macht sie geradezu ideal für Kuchen, Muffins oder süße Aufläufe. In den USA ist Pumpkin Pie ein Klassiker, aber auch bei uns funktioniert Kürbis hervorragend mit Zimt, Vanille, Honig, Ahornsirup oder Nüssen.
Umgekehrt verträgt Kürbis auch kräftige Gewürze. Kreuzkümmel, Koriander, Chili, Harissa, Curry, Ingwer oder Ras el-Hanout nehmen ihm schnell jede brav-herbstliche Note. Genau deshalb eignet er sich so gut als Grundlage für Gerichte aus ganz unterschiedlichen Küchen.
3 Kürbis-Rezepte zum Nachkochen
Orientalischer Kürbis mit Kichererbsen, Tahini und Granatapfel
Würzig, cremig und frisch zugleich: Dieses Gericht funktioniert als leichtes Abendessen ebenso gut wie als Beilage.

Für 4 Personen
800 g Hokkaido oder Butternut
1 Dose Kichererbsen
2 EL Olivenöl
1 TL Kreuzkümmel
1 TL gemahlener Koriander
½ TL Zimt
½ TL Paprikapulver
Salz und Pfeffer
3 EL Tahini
Saft von ½ Zitrone
2–3 EL Wasser
½ Granatapfel
1 Handvoll Petersilie oder Koriander
optional: etwas Feta
Zubereitung
Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Kürbis in mundgerechte Stücke schneiden. Kichererbsen abspülen und gut abtropfen lassen.
Beides mit Olivenöl, Kreuzkümmel, Koriander, Zimt, Paprikapulver, Salz und Pfeffer vermengen und auf einem Backblech verteilen.
Etwa 25 bis 30 Minuten rösten, bis der Kürbis weich und leicht gebräunt ist.
Für die Sauce Tahini mit Zitronensaft, Wasser und etwas Salz glatt rühren.
Kürbis und Kichererbsen auf Tellern anrichten, mit Tahini-Sauce beträufeln und mit Granatapfelkernen und Kräutern bestreuen. Wer mag, gibt noch etwas zerbröselten Feta darüber.
Gebackener Kürbis mit Honig, Feta und Walnüssen
Wenig Arbeit, viel Geschmack: Dieses Ofengericht lebt vom Zusammenspiel aus süßem Kürbis, salzigem Käse und gerösteten Nüssen.
Für 4 Personen
1 kleiner Hokkaido
2 EL Olivenöl
1 EL Honig
150 g Feta
50 g Walnüsse
einige Zweige Thymian
Salz und Pfeffer
optional: etwas Chili
Zubereitung
Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Hokkaido halbieren, entkernen und in Spalten schneiden. Auf ein Backblech legen und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer vermengen.
Etwa 20 Minuten backen.
Dann Feta darüberbröseln, Walnüsse hinzufügen und den Kürbis mit Honig beträufeln. Noch einmal zehn Minuten backen, bis der Käse leicht Farbe bekommt und die Kürbisspalten weich sind.
Mit frischem Thymian und nach Wunsch etwas Chili servieren.
Dazu passt ein grüner Salat – oder einfach gutes Brot.
Süßer Kürbiskuchen mit Zimt und Walnüssen
Saftig, würzig und genau richtig für kühle Nachmittage: Kürbispüree macht diesen Kuchen besonders weich und hält ihn lange frisch.

Für eine Kastenform
250 g Kürbispüree
200 g Mehl
120 g brauner Zucker
2 Eier
100 ml neutrales Öl
1 TL Backpulver
½ TL Natron
1½ TL Zimt
½ TL gemahlener Ingwer
1 Prise Muskat
1 Prise Salz
70 g Walnüsse
optional: 1 TL Vanille
Zubereitung
Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Eier mit Zucker verrühren, Öl und Kürbispüree hinzufügen.
Mehl mit Backpulver, Natron, Zimt, Ingwer, Muskat und Salz vermischen und nur kurz unter die feuchten Zutaten rühren.
Walnüsse grob hacken und unterheben.
Teig in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Kastenform geben und etwa 45 bis 55 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Kuchen durchgebacken ist.
Abkühlen lassen und nach Wunsch mit Staubzucker bestreuen.
Wer es etwas üppiger mag, serviert dazu einen Tupfen Frischkäsecreme – oder einfach einen Löffel griechischen Joghurt.
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