Sie brauchen kein Wasser, welken nicht nach einer Woche und bringen trotzdem Natur ins Zuhause: Trockenblumen haben ihr angestaubtes Image längst abgelegt. Heute stehen sie in puristischen Vasen, werden zu Kränzen gebunden oder als einzelne Blüten inszeniert. Das Schönste daran: Viele Blumen lassen sich ganz einfach selbst trocknen.
Trockenblumen sind zurück – allerdings deutlich moderner als früher. Statt üppiger Arrangements dominieren heute einzelne Zweige, lockere Sträuße und natürliche Farben. Pampasgras trifft auf Eukalyptus, Schleierkraut auf Disteln, Hortensien auf Gräser. Auch kräftige Farbtöne dürfen mitmischen.
Der Reiz liegt nicht nur in der Optik: Trockenblumen halten lange, brauchen kaum Pflege und konservieren ein kleines Stück Sommer weit über die Gartensaison hinaus.
Was sind Trockenblumen?
Trockenblumen sind Blüten, Gräser, Blätter oder Samenstände, denen nach dem Schneiden die Feuchtigkeit entzogen wurde. Dadurch wird der natürliche Verwelkungsprozess weitgehend gestoppt.
Viele Pflanzen behalten beim richtigen Trocknen erstaunlich viel Farbe. Hortensien etwa entwickeln oft besonders schöne, gedeckte Nuancen.
Nicht verwechselt werden sollten klassische Trockenblumen mit stabilisierten Blumen. Bei ihnen wird die natürliche Flüssigkeit der Pflanze durch eine konservierende Lösung ersetzt, wodurch sie weicher und frischer wirken können.
Wie dekoriert man mit Trockenblumen?
Bei Trockenblumen gilt: Weniger ist oft mehr. Eine einzelne Hortensie in einer kleinen Vase kann stärker wirken als ein großer Strauß. Hohe Gräser kommen in schlichten Bodenvasen gut zur Geltung, Mohnkapseln oder Disteln in kleinen Keramikgefäßen.
Wer es ruhig mag, bleibt bei Creme, Sand, Beige und gedecktem Grün. Diese Töne passen besonders gut zu Holz, Leinen und Naturstein. Für mehr Spannung sorgen einzelne farbige Blüten oder dunkle Zweige.
Auch abseits der Vase gibt es viele Möglichkeiten: Trockenblumen lassen sich zu Tür- und Wandkränzen, Tischgestecken oder Girlanden verarbeiten. Gepresste Blüten können gerahmt und so zu botanischer Wanddekoration werden.
Wie kann man Trockenblumen selber machen?
Die einfachste Methode ist das Lufttrocknen. Dafür werden die unteren Blätter entfernt und die Blumen zu kleinen Bündeln gebunden. Anschließend hängt man sie kopfüber an einen trockenen, gut belüfteten und möglichst dunklen Ort. Direkte Sonne sollte vermieden werden, da sie die Farben ausbleichen kann.
Wichtig: Die Sträuße nicht zu dicht binden. Je besser die Luft zirkulieren kann, desto geringer ist die Schimmelgefahr. Nach etwa zwei bis drei Wochen sind viele Blumen vollständig trocken.
Kleinere Blüten können auch gepresst werden. Wer bei Rosen oder Pfingstrosen möglichst viel von der ursprünglichen Form erhalten möchte, kann mit Silicagel arbeiten.
Welche Blumen eignen sich zum Trocknen?
Besonders unkompliziert sind Strohblumen, Strandflieder, Schafgarbe, Gräser, Mohnkapseln und Disteln. Auch Hortensien, Lavendel, Schleierkraut, Rosen und Eukalyptus eignen sich gut.
Am besten trocknet man Blumen, solange sie noch frisch und schön sind. Auch Samenstände, Kräuter und Zweige aus dem eigenen Garten können später sehr dekorativ aussehen.

Wie lange halten Trockenblumen?
Trockenblumen können je nach Pflanzenart und Standort viele Monate, teilweise sogar Jahre dekorativ bleiben. Mit der Zeit verlieren sie allerdings meist etwas an Farbe und werden spröder.
Damit sie möglichst lange schön bleiben, sollten sie vor direkter Sonne und Feuchtigkeit geschützt werden. Das Badezimmer ist daher trotz aller dekorativen Möglichkeiten meist kein idealer Platz.
Wie pflegt man Trockenblumen richtig?
Wasser brauchen Trockenblumen keines – und sollten damit auch nicht besprüht werden.
Staub entfernt man am besten vorsichtig mit einem weichen Pinsel oder mit einem Föhn auf niedriger Stufe und mit ausreichend Abstand. Ansonsten gilt: möglichst wenig angreifen, denn getrocknete Blüten können leicht brechen.
Wo kann man Trockenblumen in Wien kaufen?
Wer nicht selbst trocknen möchte, findet auch in Wien einige schöne Adressen.
Die FlowerCompany in der Pilgramgasse 4 im 5. Bezirk bietet fertige Trockenblumensträuße ebenso wie einzelne Blumen, Gräser und Zweige für eigene Arrangements.
Bei We Are Flowergirls in der Lange Gasse 70 im 8. Bezirk entstehen Kränze und Gestecke aus getrockneten und konservierten Blumen. Außerdem werden Workshops angeboten, bei denen man Trockenblumendeko selbst gestalten kann.
Auch Bloomery Vienna in der Seilergasse 19 im 1. Bezirk führt Trockenblumen und fertigt Sträuße nach gewünschter Farbwelt an.
Ob gekauft oder selbst getrocknet: Am schönsten wirken Trockenblumen heute meist dann, wenn man ihnen ihren natürlichen Charakter lässt. Ein schiefer Stiel oder eine verblasste Blüte sind kein Makel – sondern genau das, was ihren Charme ausmacht.
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