Nicht jeder hat mit dem herabfallenden Laub seine Freude, so mancher sieht darin nur Arbeit. Dabei ist Laub im Garten ein wahrer Schatz, den es im Herbst zu heben gilt.
Warum ist Laub wichtig?
Laub ist definitiv kein Abfall, sondern vielmehr überaus wertvoll. Denn es liefert Nährstoffe, die die Qualität des Bodens verbessern, schützt ihn vor Temperaturschwankungen sowie Austrocknung und bietet zahlreichen Tieren sowohl Schutz als auch Nahrung. Und das alles kostenlos – abgesehen von der zum Rechen aufgewendeten Muskelkraft.
Ist Laub liegen lassen gut oder schlecht für den Garten?
Laub hat viele Vorteile: Zum einen schützt es ein guter Winterschutz für Pflanzen, aber auch Tiere, zum anderen ein guter Dünger. Daher sollte man im Herbst nicht gleich jedes Blatt aus dem Garten entfernen, sondern das Laub grundsätzlich lieber liegen lassen. Doch ein paar Ausnahmen gibt es: Um Rutschgefahr zu vermeiden, sollten Wege und Terrassen laubfrei sein, gleiche gilt für Dachrinnen. Auch aus Teichen sollte das Laub entfernt werden, da es dort mit der Zeit auf den Boden sinkt und zu Schlamm wird. Während der Zersetzung verbrauchen die Blätter Sauerstoff und produzieren gleichzeitig Faulgase, das kommt dem Teich und etwaigen Bewohnern nicht zugute. Steingärten und der Rasen sollten ebenfalls vom Laub befreit werden: Denn sowohl verschiedene Steingartenpflanzen als auch das Gras können unter feuchtem Laub zu faulen beginnen. Entsorgen Sie das Laub aber nicht, sondern legen Sie einen Laubhaufen an, kompostieren Sie es oder mulchen Sie den Boden damit.
Kann man Laub als Winterschutz für Pflanzen verwenden?
Laub ist sogar ein sehr guter Winterschutz für Pflanzen. Das locker aufgehäufte Laub bildet nämlich Luftkammern, die wie eine Luftpolsterfolie isolieren, aber eben natürlich. So werden die Wurzeln der Pflanzen vor Frost geschützt, aber auch vor Austrocknung und Erosion. Laub kann aber gleichsam zum Wintermantel für frostempfindliche Gehölze und Bäume wie beispielsweise Feigen werden: Stellen Sie dazu rund um das Gehölz oder die Staude einen entsprechend hohen Maschendrahtzaun auf und füllen Sie den Zwischenraum zwischen Pflanze und Korb mit Laub. Drücken Sie dieses aber nicht zu fest zusammen: Die Luft soll zwischen den Blättern noch zirkulieren können, sonst beginnen sie bei Feuchtigkeit zu schimmeln.
Welche Tiere und Insekten profitieren von Laubhaufen im Garten?
Ein Laubhaufen im Garten ist für viele Tiere ein wahrer Segen. Dazu gehören beispielsweise Igel, die gerne ihren Winterschlaf unter der dicken und isolierenden Laubdecke halten. Aber auch die Larven von Schmetterlingen, Erdkröten, Spitzmäuse, Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter ziehen sich gerne dorthin zurück. Kleinlebewesen geben sich aber auch schon mit einer Mulchschicht aus Laub zufrieden. Die Tiere werden es Ihnen spätestens im nächsten Frühjahr danken: Denn viele von ihnen sind wertvolle Helfer, wenn es um biologisches Gärtnern geht.

Lohnt sich ein Laubsauger oder Laubbläser für den Garten?
Laubsauger oder Laubbläser mögen zwar die Arbeit erleichtern. Aus ökologischer Sicht ist von ihnen allerdings abzuraten, denn sie schaden der Bodenbiologie. Die Geräte saugen nämlich nicht nur die welken Blätter auf oder blasen sie an den gewünschten Platz. Vielmehr geraten auch Kleinstlebewesen und Kleintiere in den Sog, für den Luftgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern und Saugleistungen von etwa zehn Kubikmeter pro Minute erzeugt werden. Die meisten davon werden dabei oder spätestens dann, wenn sie in den Häcksler geraten, getötet. Darüber hinaus werden auch Pflanzensamen beim Einsatz von Laubsaugern oder Laubbläsern zerstört.
Kann man Laub kompostieren und wenn ja welches?
Laub kann grundsätzlich sehr wohl kompostiert werden. Allerdings gibt es Laubarten, die sich besser dafür eignen als andere. Die Blätter von Obstbäumen, Ahornbäumen, Birken, Ebereschen, Hainbuchen und Linden etwa zersetzen sich nicht nur schnell, sondern enthalten auch viele Nährstoffe. Weniger geeignet ist hingegen Laub von Eichen, Pappeln, Kastanien, Platanen und Magnolien. Aufgrund des hohen Gerbsäuregehaltes verrottet das Laub nur schwer, der Kompost kann für viele Pflanzen dann auch zu sauer sein.
Uneinigkeit herrscht beim Laub von Nussbäumen: Dieses weist nicht nur eine hohe Konzentration an Gerbstoffen auf, sondern produziert darüber hinaus Juglon. Die Substanz kommt in den grünen Schalen und Blättern vor und wirkt unter anderem als Fungizid, Insektizid und Farbstoff. Nusslaub zersetzt sich daher nur sehr langsam und ist aufgrund seines hohen Säuregehalts nur für säureliebende Pflanzen wie Azaleen, Rhododendren, Hortensien, Heidelbeeren und Farne geeignet. Wer Nusslaub kompostieren möchte, sollte dies daher nicht gemeinsam mit dem normalen Kompost tun.
Keinesfalls in den Kompost sollten Blätter, die mit Pilzen, Schädlingen oder Krankheiten wie Mehltau befallen sind. Dieses muss unbedingt entsorgt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Laub mulchen und Laub kompostieren?
Beim Mulchen wird Laub auf Beeten, unter Sträuchern und Hecken oder auch im Pflanzkübel verteilt. Diese Schicht hält die Feuchtigkeit im Boden, schützt die Pflanzenwurzeln vor Frost und und bietet Lebensraum für Insekten, Regenwürmer und Mikroorganismen und ist Lebensraum für Insekten, Regenwürmer und Mikroorganismen. Darüber hinaus entstehen beim Verrotten Nährstoffe, die den Boden fruchtbarer machen – und das eher als beim Kompostieren.
Beim Kompostieren wird Laub wie viele andere organische Stoffe (z.B. Garten- und Küchenabfälle) von Mikroorganismen unter aeroben Bedingungen, also mit Sauerstoff, am Komposthaufen oder in einem Kompostierer zersetzt und dadurch in nährstoffreichen Humus umgewandelt.
Für welche Variante Sie sich auch entscheiden, eines haben beide gemeinsam: Laub ist ein natürlicher und nährstoffreicher Dünger für den Boden.
Wie lange dauert es, bis Laub vollständig kompostiert ist?
In der Regel dauert es zwölf bis 18 Monate, bis aus Laub wertvoller Kompost wird. Bei schwer verrottbarem Eichen- und Nusslaub kann es sogar noch länger dauern.
Wie macht man aus Laub schnell wertvolle Gartenerde?
Eins vorweg: Schnell geht das Kompostieren von Laub nicht. Laubkompost kann erst nach etwa einem bis eineinhalb Jahren verwendet werden.
Wie entsorgt man Laub in Österreich richtig, was ist erlaubt?
Laub muss in Österreich in der Biotonne entsorgt werden. Wird diese zu klein, sind in vielen Gemeinden Biomüllsäcke erhältlich, in die das Laub gefüllt werden kann und die bei der nächsten Biomüllsammlung mitgenommen werden. Alternativ kann das Laub beim nächsten Wertstoffsammelzentrum entsorgt werden. Keinesfalls darf Laub in der Natur entsorgt werden, da es wie Grünschnitt und Gras rechtlich als Abfall gilt.
Gut zu wissen über Laub im Garten:
- Eine 60 Zentimeter starke Buche trägt rund 28 Kilogramm Laub
- Laub ist auch im Winter eine wertvolle Ressource im Garten, da sie Pflanzen und Tiere vor der Kälte schützt
- Bis aus Laub Kompost wird, dauert es ein bis 1,5 Jahre
- Laub darf nicht in freier Natur entsorgt werden, da es als Abfall gilt
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