Der Siegeszug des Baustoffs Holz hält an. Immer öfter wird beim Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern, Hochhäusern, Schulen, Gewerbeimmobilien und vielen anderen Bauwerken auf den natürlichen Baustoff zurückgegriffen. Demnach macht der Holzbau in Österreich nach Angaben von pro Holz Austria bereits fast ein Viertel des gesamten Bauvolumens aus – Tendenz steigend. Dafür gibt es gute Gründe, weist bauen mit Holz doch verschiedene Vorteile auf. Und das nicht nur aus ökologischer Sicht.
Warum gilt Holz als nachhaltiger Baustoff?
Holz wird seinem Ruf, ein nachhaltiger Baustoff zu sein, in verschiedener Hinsicht gerecht. Einer der wichtigsten Aspekte in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass es sich dabei um einen nachwachsenden Rohstoff handelt. Während bei anderen Baustoffen die Ressourcen begrenzt sind, wächst Holz laufend nach. Konkret entsteht pro Sekunde in heimischen Wäldern ein Kubikmeter Holz. Damit würde laut pro Holz Austria ein Drittel des jährlichen Holzzuwachses bereits genügen, um zumindest derzeit das gesamte Hochbauvolumen eines Jahres in Holz zu errichten.

Geringer CO2-Fußabdruck
Darüber hinaus kann Holz auch in Sachen CO2 punkten. Zum einen bindet ein Kubikmeter Holz circa eine Tonne CO2-Äquivalente. Darüber hinaus ist der Energieaufwand, und damit auch der CO2-Ausstoß bei der Verarbeitung von Holz deutlich geringer als jener bei Stahl oder Beton. Häufig wird Holz auch regional verarbeitet – die kurzen Transportwege wirken sich ebenfalls positiv auf die CO2-Bilanz aus.
Dass reine Holzbauten am Ende ihres Lebens gut getrennt und wiederverwendet beziehungsweise verbrannt werden können, ist ein weiterer Punkt. Werden ein Holzbau oder Teile davon thermisch verwertet, wird der beim Wachstum der Bäume gespeicherte Kohlenstoff wieder frei und der CO2-Kreislauf schließt sich.
Ist Bauen mit Holz energieeffizient?
Holz verbessert weiters aufgrund seiner Dämmeigenschaften die Energieeffizienz und reduziert dadurch den Energieverbrauch für Heizung und Klimatisierung deutlich. Denn die geringe Wärmeleitfähigkeit des Materials sorgt im Winter dafür, dass Heizwärme gespeichert wird. Im Sommer wiederum trägt sie dazu bei, die Überhitzung der Räume in Grenzen zu halten.

Rasch gebaut
Zeit ist Geld – das gilt auch beim Bau eines Hauses. Wer sich für Holz entscheidet, kann jedoch die Bauzeit für die eigenen vier Wände deutlich reduzieren. Denn der Baustoff eignet sich perfekt für die Modulbauweise. Bei dieser werden Wände, Decken, und mittlerweile auch ganze Einheiten, inklusive Haustechnik, im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengesetzt.
Bauen mit Holz ist gut fürs Wohnklima
Nicht nur das Klima generell, sondern auch das Wohnklima profitiert von dem natürlichen Baustoff. Etwa dadurch, dass Holz die Luftfeuchtigkeit in den Räumen reguliert. Ist es dort zu trocken, gibt es Feuchtigkeit ab. Ist hingegen die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen zu hoch, nimmt der Baustoff diese auf. Dadurch wird die Luftqualität in den Innenräumen verbessert, das Risiko von Schimmelbildung wird ebenfalls vermindert. Studien zeigen weiters, dass der Duft von Holz das Immunsystem stärkt und dass Räume mit natürlichen Holzoberflächen Blutdruck, Herzfrequenz und Stressempfinden senken.

Eignet sich Holz für Sanierungen?
Holz ist nicht nur für den Neubau, sondern auch für Sanierungen geeignet. Dazu trägt unter anderem die Tatsache, dass die Tragfähigkeit von Holz hoch, sein Eigengewicht jedoch gering ist, bei. Angesichts des im Vergleich zu anderen Baustoffen geringeren Gewichts ist Holz daher bei vielen Gebäudeaufstockungen aus statischen Gründen oft die einzige Alternative – und bietet so einen entscheidenden Vorteil, wenn es um die Nachverdichtung in Städten geht.
Langlebig und vielseitig
In vielen Gegenden Österreichs, vor allem im alpinen Raum, war Holz jahrhundertelang das vorherrschende Baumaterial. Dass es auch langlebig ist, davon zeugen viele noch heute existierende Gebäude. Das älteste Holzhaus der Welt steht übrigens in Norwegen – es wurde um 1170 errichtet.
Damit Gebäude aus Holz mehrere Generationen ein Dach über dem Kopf bieten können, sind mehrere Faktoren wesentlich: Dazu gehören neben der Verwendung der richtigen Holzart die Konstruktion sowie die fachgerechte Verarbeitung. Ist das alles gewährleistet, haben die beiden größten Feinde von Holzbauten, nämlich Dauerfeuchte und ein daraus resultierender Pilzbefall, so gut wie keine Chance.
Darüber hinaus ist Holz extrem vielseitig: Es kann sowohl im Innen- als auch Außenbereich, für Neu-, Zu- und Anbauten verwendet werden. Andererseits bietet Holz dank innovativer Berechnungs- und Fertigungstechniken zahlreiche neue Gestaltungsmöglichkeiten.
Wie pflegeintensiv sind Holzbauten?
Holzhäuser sind nicht mehr oder weniger pflegeintensiv als andere auch. Je hochwertiger das Holz und die Bauweise, desto weniger muss das Haus gepflegt werden. Es gibt aber noch eine weitere Ausnahme: Wer verhindern will, dass eine Holzfassade über die Jahre ergraut, was aber vollkommen natürlich ist, muss alle paar Jahre zum Pinsel greifen.
Etwas mehr Pflege sollten Sie allerdings einem Terrassenboden aus Holz, der in den meisten Fällen ganzjährig unmittelbar der Witterung ausgesetzt ist, zukommen lassen. Denn Reinigung und Pflege sind nicht allein für die Optik, sondern auch für den Erhalt der glatten Oberflächenstruktur wichtig. Gönnen Sie Ihrer Holzterrasse daher zweimal im Jahr, am besten im Frühjahr und Herbst, eine Schönheitskur.
Was kostet bauen mit Holz?
Ob Holz teurer oder günstiger ist als andere Baustoffe, kann nicht so einfach beantwortet werden. Entscheidend dafür sind nämlich die Art und Qualität des jeweiligen Holzes. Generell aber kann man sagen, dass aufgrund des geringeren Gewichts von Holz die Fundamente bei Holzhäusern kleiner dimensioniert werden können – ein Faktor, der sich in den Kosten spiegelt. Gleiches gilt unter Umständen für den Transport.
Nachteil Brandgefahr?
Es ist unbestritten, dass Holz brennt, doch es brennt langsam. Weiters schützt die durch den Brand an der Oberfläche entstehende Holzkohle das darunter befindliche Holz über längere Zeit, damit bleibt die Tragfähigkeit lange bestehen. Und natürlich müssen auch Holzhäuser die behördlichen Sicherheitsbestimmungen erfüllen.
Ebenfalls hartnäckig hält sich der Mythos, dass Holzhäuser hellhörig sind. Dank Massivholzplatten, Holzrahmen mit Kiesschüttungen, Holzverbunddecken und ähnlichem hat man dieses Problem mittlerweile jedoch in Griff bekommen.
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