Was gibt es an kalten Wintertagen Schöneres, als sich zum wärmenden Kachelofen zu setzen. Damit die Öfen ihrem Ruf als nachhaltige Wärmequellen auch wirklich gerecht werden können, müssen sie allerdings richtig betrieben werden. Thomas Schiffert, Geschäftsführer des Österreichischen Kachelofenverbandes, verrät die besten Tipps, dazu.
Wie heize ich den Kachelofen effizient?
Um beim Verbrennungsvorgang das Maximum an Wärme aus dem Brennstoff gewinnen zu können, ist die Wahl des richtigen Brennmaterials entscheidend. Gleiches gilt für einen mit möglichst wenig Emissionen verbundenen Betrieb. „Grundlage dafür ist, dass man nur trockenes Holz zum Heizen verwendet“, sagt Schiffert. Feuchte Scheite haben demzufolge einen geringeren Heizwert – bei der Verbrennung für die zusätzliche Wasserverdampfung geht etwa ein Fünftel der im Holz gespeicherten Energie verloren.
Aber nicht nur das: Wird feuchtes Holz verbrannt, bilden sich auch Rauchgase. „Der Wassergehalt von Brennholz sollte daher bei maximal 20 Prozent beziehungsweise der Feuchtegehalt bei höchstens 25 Prozent liegen. Diesen Wert erreicht man, indem das Holz mindestens zwei Jahre im Freien gelagert wird“, erklärt Schiffert.

Welche Holzsorten sind optimal?
In Kachelöfen kann, so Schiffert, sowohl Hartholz wie Buche als auch Weichholz wie Fichte verheizt werden. „Der Unterschied ist, dass Fichte um ein Drittel weniger Dichte als Buche hat. Damit braucht man bei Fichtenholz mehr Scheite, um die gewünschte Temperatur zu erreichen“ erklärt Schiffert. Wobei Kachel- und Kaminöfen mittlerweile nicht mehr nur mit Scheitholz, sondern immer öfter auch mit Briketts beheizt werden. „Sie sind trockener als Holz, daher braucht man zum Heizen um zehn bis 15 Prozent weniger Gewicht“, so Schiffert.
Was darf auf keinen Fall in den Ofen?
Um schädliche Emissionen zu vermeiden, sollten sowohl Holzscheite als auch Briketts auf alle Fälle unbehandelt sein. Genau aus diesem Grund sind weiters Spanplatten, Holzkisten, Altpapier, Hausmüll oder Gartenabfälle und andere Materialien als Brennstoff ungeeignet.
Wie heizt man den Kachelofen richtig an?
Für einen effizienten und umweltfreundlichen Betrieb braucht es neben unbehandeltem, trockenem Holz aber noch etwas anderes, nämlich die richtige Methode beim Anheizen. Und da ist Umdenken gefragt: „Beim Anheizen hat sich das Top-down-Prinzip durchgesetzt. Denn Feuer brennt von oben nach unten und nicht umgekehrt“, erzählt Schiffert. In einem ersten Schritt werden dafür die Holzscheite kreuzweise aufgestapelt – unten die dickeren, darüber die dünneren. Ganz oben werden schließlich die Späne und die Anzündehilfe gelegt. „Letztere sollte, wie beispielsweise in Wachs getränkte Holzwolle, im besten Fall ebenfalls naturbelassen sein“, sagt Schiffert. Papier oder flüssige Brandbeschleuniger seien hingegen als Anzündehilfe verpönt.
Im nächsten Schritt werden, sofern nicht automatisch geregelt, die Luftzugänge geöffnet und die Anzündehilfe entzündet. Nach etwa zehn bis 15 Minuten kann die Luftzufuhr etwas reduziert werden. Ist nur noch die Grundglut vorhanden, kann entweder nachgelegt oder bei Kachelöfen zum Speichern der Wärme die Luftzufuhr komplett abgeriegelt werden.
Wie viel Holz soll in den Kachelofen?
„Das hängt von der jeweiligen Heizlast ab. Wie hoch diese ist, erfährt man vom Hafner“, sagt Schiffert. Auch in den Bedienungsanleitungen sei diese Information zu finden. Schiffert hat in diesem Zusammenhang noch einen Tipp parat: „Beim Brennmaterial sollte man nicht sparen. In diesem Fall wird nämlich die für eine saubere Verbrennung benötigte Temperatur nicht erreicht“, erklärt der Geschäftsführer des Kachelofenverbandes.

Wie oft sollte man den Kachelofen reinigen?
Moderne Kachelöfen erzeugen praktisch keinen Ruß. Die im Brennraum des Ofens verbleibende kalte! Holzasche sollte je nach Intensität der Nutzung ein bis mehrere Male pro Heizsaison entfernt werden. Abgesehen davon steht die regelmäßige Kaminreinigung durch den Rauchfangkehrer auf dem Programm. „Wir raten darüber hinaus, den Kachelofen je nach Intensität der Nutzung alle zwei bis fünf Jahre vom Hafner warten zu lassen“, so Schiffert.
Wie erkennt man, dass der Kachelofen richtig betrieben wird?
Sowohl für eine saubere als auch eine unsaubere Verbrennung gibt es dem Kachelofenverband zufolge eindeutige Indizien: Helle hohe Flammen ohne sichtbaren Rauch und feine, hellgraue Asche ohne Rückstände ist ein untrügliches Zeichen für erstere. Dunkle, rußende Flammen und verrußte Sichtfenster sowie dunkle, grobe Asche mit verkohlten Holzresten deuten hingegen darauf hin, dass die Verbrennung nicht effizient passiert.
Unser Experte

TR DI Dr. Thomas Schiffert leitete zunächst die Versuchs- und Forschungsanstalt des Österreichischen Kachelofenverbandes. Im Jahr 2005 übernahm er schließlich die Geschäftsführung des gesamten Verbandes.
Zur Website: https://www.kachelofenverband.at
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