Der zweite Monat des Jahres wirkt im Garten wie eine Atempause – aber wer jetzt klug handelt, kauft sich Zeit, Blüten und Ernte für das ganze Jahr. Zwischen Raureif und kurzen Tagen kann man genau jene stillen Arbeiten erledigen, zu denen im Frühling oft die Zeit fehlt. Acht Dinge, die Sie jetzt tun können um Ihren Garten vorzubereiten – inklusive kleiner Profi-Tricks, Zahlen und Timing.
1. Bestandsaufnahme & Plan für 2026: Was war gut, was fehlt?
Bevor Sie irgendetwas anfassen: Gehen Sie an einem trockenen Tag mit Notizbuch (oder Handy) durch den Garten und zeichen Sie folgendes auf:
- Welche Beete waren 2025 stark, welche schwächelten?
- Wo standen Sommerblumen, wo wuchs Gemüse?
- Welche Ecken waren zu heiß, zu schattig, zu nass?
Tipp: Zeichnen Sie eine schnelle Skizze und markieren Sie Sonne/Wind/Nässe. Wer das jetzt macht, spart im März Stunden. Und: Pflanzen brauchen Platz. Wenn Sie neue Sträucher oder Stauden planen, rechnen Sie gleich mit Endgrößen:
- Lavendel: ca. 40–60 cm Durchmesser
- Hortensie: je nach Sorte 1–2 Meter Durchmesser
- Beerensträucher: 1–1,5 Meter Durchmesser
2. Gehölze & Obstbäume schneiden – aber nur bei richtiger Witterung
Der Klassiker im Winter, und zwar aus gutem Grund: Viele Gehölze sind in Ruhephase, und die Struktur ist ohne Laub gut sichtbar. Wichtig: Nur schneiden, wenn es frostfrei ist (ideal über +3 ° Celsius). Bei starkem Frost reißen Triebe leichter.
Geeignet für einen Schnitt im Februar:
- Apfel, Birne, Quitte (Kernobst)
- Ribisel und Stachelbeeren
- Ziersträucher, die am neuen Holz blühen (z. B. Sommerflieder)
Nicht oder nur sehr vorsichtig:
- Steinobst (Kirsche, Zwetschge) eher Spätsommer
- Frühjahrsblüher wie Forsythie – sonst schneiden Sie die Blüte weg.
Profi-Trick: Desinfizieren Sie die Schere mit Alkohol, vor allem bei Obst (Pilzprophylaxe).
3. Stauden, Gräser & vertrocknete Samenstände: stehen lassen oder entfernen?
Viele lassen im Winter alles stehen – das ist ökologisch top: Samenstände ernähren Vögel, hohle Stängel sind Insektenquartiere. Trotzdem lohnt sich ein selektiver Schnitt:
- Stehen lassen: Sonnenhut, Disteln, Fetthenne, Ziergräser – bis März.
- Entfernen: Schimmel- oder Pilzbefall, matschige Staudenreste, kranke Blätter (z. B. Rosenrost).
Kompostregel: Nur gesundes Pflanzenmaterial auf den Kompost. Kranke Teile besser in den Biomüll – sonst überwintern Erreger.
4. Bodenpflege: Mulch prüfen, verdichtete Stellen erkennen
Im Jänner graben Sie nicht – aber Sie können den Boden lesen. Nach Schneeschmelze oder Regen sieht man sofort, wo Wasser steht. Solche Stellen merken Sie sich: Dort hilft im Frühjahr Sand- oder Kompostgabe, eventuell eine Drainage.
Mulch-Check:
- Rindenmulch/Laub: liegt er noch deckend (ca. 3–5 cm)?
- Offene Erde: bei frostfreien Tagen leicht mulchen (Schutz vor Austrocknung und Erosion).
Wenn Sie Kompost haben: Jetzt schon sieben. Feinkrümeliger Reifekompost ist im März Gold wert.

5. Frühbeet, Gewächshaus & Pflanzgefäße reinigen
Das ist die stillste, aber vielleicht effektivste Aufgabe: Hygiene spart Ärger. Im warmen Frühjahr explodieren Pilze und Schädlinge – und sie überwintern gern in alten Töpfen und Ritzen.
To Do‘s:
- Töpfe und Schalen mit heißem Wasser + Bürste reinigen.
- Gewächshaus: Glasscheiben/Polycarbonat mit mildem Seifenwasser abwaschen – mehr Licht = früheres Wachstum (plus/minus 1–2 Wochen Vorsprung je nach Wetter).
- Frühbeetfenster checken: Dichtungen, Scharniere, Lüftung.
6. Vorkultur starten: Was Sie jetzt schon aussäen können
Geeignet für die Fensterbank:
- Chili, Paprika (lange Kulturzeit: 8–10 Wochen bis zum Pikieren)
- Artischocke
- Knollensellerie (langsam, braucht Geduld)
- Frühblüher-Sommerblumen wie Löwenmaul oder Duftwicken.
Licht ist der Schlüssel: Ohne Pflanzenlampe gilt als Faustregel das hellste Fenster, aber nicht über der Heizung. Folgende Temperaturen sind ideal:
- Paprika/Chili: 22–25 ° Celsius zum Keimen, später 18–20 ° Celsius
- Sellerie: 18–20 ° Celsius.

7. Saatgut & Vorräte prüfen – und klug nachkaufen
Jetzt ist der Moment, die Samenkiste auszuleeren. Und die Vorräte zu überprüfen, und zwar so:
- Ablaufdaten checken. Viele Samen halten länger, aber Keimraten sinken.
- Schnelltest: 10 Samen auf feuchtem Küchenpapier keimen lassen.
- Keimen 7–8, ist alles top.
- Keimen 3–4, besser nachkaufen.
Achten Sie beim Einkauf auf:
- Standortansprüche (Sonne/Schatten, Boden)
- Resistenzen bei Gemüse (z. B. gegen Mehltau)
- Regionale Sorten, die Ihr Klima mögen.
8. Lebensraum schaffen: Nistkästen, Futterstellen, Wasser
Im Jänner entscheidet sich, wer im Frühjahr bei Ihnen einzieht. Insofern tut Vorsorge gut:
- Nistkästen reinigen/aufhängen: ideal 2–3 m Höhe, Einflugloch weg von Wetterseite.
- Futterstellen sauber halten (Schimmelgefahr!).
- Wasser bereitstellen, wenn es nicht dauerhaft friert – eine flache Schale mit Stein als Landeplatz reicht.
Extra-Plus: Totholz- oder Laubhaufen als Winterquartier für Igel und Insekten. Schön unordentlich ist hier perfekt.
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