Es ist Jahr für Jahr dasselbe: Der Sommer steht vor der Tür, und die Vorsätze, bis dahin fitter zu werden, sind groß. Doch oft scheitert die Motivation schon nach der ersten Woche. Woran liegt das? Und wie schafft man es, bis zum Sommer konsequent dranzubleiben?
Susanne Heidinger, Inhaberin von „in good shape“ in Wien kennt die Herausforderungen nur zu gut. Deshalb ist ihr Unternehmen auch kein normales Fitnessstudio, vielmehr bietet sie Pilates, TRX, Cycling & Co in ungewöhnlichen Locations an – vom Co-working space bis zum Designhotel. Und seit 2012 auch maßgeschneiderte Firmenfitness. Im Interview teilt sie ihre Tipps, wie man mit kleinen Veränderungen Großes erreichen kann.
Der innere Schweinehund ist oft der größte Gegner auf dem Weg zur Sommerfigur. Wie kann man ihn überwinden?
Das Wichtigste ist, etwas zu finden, das einem wirklich Spaß macht. Das kann Laufen, Tanzen, Pilates oder Spinning sein – Hauptsache, es passt zu einem selbst. Überlegen Sie, ob Sie lieber alleine oder in der Gruppe trainieren, ob drinnen oder draußen und welche Tageszeit Ihnen liegt. Probieren Sie verschiedene Sportarten aus und haben Sie keine Angst davor, Anfänger zu sein. Der Satz „Du musst nicht perfekt sein, du musst einfach nur starten“ ist dabei mein Leitsatz.
Auch wichtig: Auf den eigenen Körper hören. Es ist gut, die Komfortzone zu verlassen, aber Schmerzen sind ein klares Stoppsignal. Und selbst an Tagen, an denen man sich nicht topfit fühlt, ist es okay, das Tempo zu drosseln. Hauptsache, man bleibt dran.
Welche Übungen sind besonders effektiv, um in wenigen Monaten fit zu werden?
Pilates ist mein absoluter Favorit, weil es kräftigt, dehnt und mobilisiert. Es verbindet Atmung, Konzentration und Kontrolle. Die Bewegungen sind langsam und präzise, und man spürt schnell, wie gut es tut – körperlich wie mental. Nebenbei verschwinden Rückenschmerzen, und die Beweglichkeit verbessert sich enorm.
Wie oft sollte man trainieren, um sichtbare Ergebnisse zu erzielen?
Das hängt vom Fitnesslevel und der Intensität des Trainings ab, aber drei bis fünf Mal pro Woche sind ideal. Wichtig ist, sich nicht zu überfordern und Pausen einzuplanen, damit der Körper sich regenerieren kann.
Welche Rolle spielt die Ernährung auf dem Weg zur Sommerfigur? Und welche Fehler sollte man vermeiden?
Eine große, die Ernährung ist der Schlüssel! Der Spruch „Abs are made in the kitchen“ trifft es auf den Punkt. Sport hilft natürlich, aber die Ernährung entscheidet, ob die Resultate sichtbar werden. Mein persönlicher Ansatz: wenig Zucker, bewusstes Kauen (30 Mal pro Bissen nach der FX-Mayr-Methode) und Intervallfasten – etwa durch Dinner Cancelling ein- bis zweimal pro Woche.
Crash-Diäten sollte man hingegen unbedingt vermeiden. Sie schaden mehr, als sie nützen, und führen meist nur zu einem Jojo-Effekt. Stattdessen sollte man eine Ernährungsweise finden, die nachhaltig ist und zur eigenen Lebenssituation passt.
Gibt es spezielle Workouts, die besonders gut für Muskelaufbau oder Fettverbrennung geeignet sind?
Krafttraining ist hier der Schlüssel. Ob mit TRX, Bodyweight-Übungen oder Gewichten – es ist unglaublich effektiv, wenn es um Muskelaufbau und Fettverbrennung geht. Ausdauertraining ist eine perfekte Ergänzung, aber der Fokus sollte auf Krafttraining liegen, vor allem mit zunehmendem Alter.
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Warum ist die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining wichtig?
Die Kombination sorgt für ein ganzheitliches Ergebnis. Krafttraining stärkt die Muskulatur, verbessert die Körperhaltung und hilft, langfristig gesund zu bleiben. Ausdauertraining wiederum ist gut für das Herz-Kreislauf-System und hilft beim Stressabbau. Wo der Fokus liegt, hängt von den individuellen Zielen und dem Gesundheitszustand ab.
Wie bleibt man bis zum Sommer motiviert, die Trainingsroutine beizubehalten?
Für Einsteiger empfehle ich das Kaizen-Prinzip, bei dem man mit kleinen, überschaubaren Schritten startet. Zum Beispiel eine Minute Plank vor dem Zähneputzen oder zwei Straßenbahnstationen früher aussteigen und den Rest zu Fuß gehen. Wichtig ist, eine Regelmäßigkeit aufzubauen.
Wer schon etwas weiter ist, kann feste Trainingstermine einplanen, wie den Pilates-Montag oder den Spinning-Donnerstag. Auch ein Trainingspartner kann helfen, weil man sich gegenseitig motiviert.
Was empfehlen Sie Menschen, die wenig Zeit haben, aber fit werden möchten?
Auch hier gilt: Bewegung in den Alltag integrieren. Das Fahrrad statt des Autos nehmen, die Treppe statt des Lifts und beim Telefonieren spazieren gehen. Selbst kurze Einheiten können einen Unterschied machen, wenn sie regelmäßig stattfinden.
Ein straffer Bauch ist für viele das Sommerziel Nummer eins. Was ist Ihr Tipp?
Die Ernährung spielt hier die größte Rolle. Weniger Zucker, ausgewogene Mahlzeiten und bewusste Pausen zwischen den Mahlzeiten sind der Schlüssel. Kombiniert mit gezieltem Krafttraining können Sie so gute Fortschritte erzielen. Aber ich finde es wichtiger, sich auf ein gesundes Körpergefühl und den Spaß an Bewegung zu konzentrieren, anstatt sich auf ein Sixpack zu versteifen.
Zum Abschluss: „In Good Shape“ macht ja vieles anders als „normale“ Fitnesstudios. Welche Philosophie steht dahinter?
„In Good Shape“ steht für eine Philosophie, die Fitness flexibel, hochwertig und inspirierend macht. Seit unserer Gründung vor über 10 Jahren verfolgen wir das Ziel, wirklich gutes Training mit erstklassigen Trainerinnen und Trainern anzubieten – ganz ohne Mitgliedschaft und ohne Bindung. Wir bieten Groupfitness für Unternehmen und Privatpersonen an, aktuell indoor an Standorten im 1., 7. und 9. Bezirk. In der warmen Jahreszeit verlegen wir unser Training auch gerne nach draußen: Besonders beliebt sind unsere Pilates-Sessions an der Alten Donau oder auf der Dachterrasse eines Designhotels. Ein besonderes Highlight ist unser Firmenfitness-Programm, bei dem wir Bewegung direkt in Unternehmen bringen – sei es während der Arbeitszeit, in der Mittagspause oder als Afterwork-Workout.
Unsere Mission ist es, die Freude an Bewegung zu vermitteln und Menschen dazu zu inspirieren, ihre Kraft und Energie zu entdecken. Denn Bewegung ist weit mehr als körperliche Aktivität: Sie bereichert Körper, Geist und Seele und macht das Leben einfach besser.
Mag. Susanne Heidinger ist studierte Betriebswirtin und sammelte Erfahrung in der Mode-, Kosmetik- und Lifestyle Branche – unter anderem in New York, wo sie drei Jahre lang lebte. Inspiriert von internationalen Trends gründete sie später ihr eigenes Groupfitness Unternehmen „in good shape“.
Fotos: Melanie Nedelko, Unsplash, in good shape im Hotel Indigo Vienna – Naschmarkt ©tristar Austria GmbH bzw. Alina Schneeberger @in good shape
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