Aktuelle globale Krisen wirken einmal mehr als Beschleuniger für die Nachfrage nach Luxusimmobilien im ländlichen Raum. Ein Blick zurück zeigt ein bekanntes Muster: Bereits während der COVID-Jahre 2020 und 2021 kam es zu einer massiv steigenden Nachfrage nach hochwertigen Immobilien außerhalb urbaner Zentren. Seit Mitte 2025 zeichnet sich nun eine deutliche Wiederholung dieses Trends ab.
Besonders stark gefragt sind Liegenschaften direkt am oder in unmittelbarer Nähe zu Seen, gefolgt von Immobilien in naturnaher Lage mit autarker Nutzungsmöglichkeit. Auch exklusive Immobilien in renommierten Skigebieten verzeichnen eine steigende Nachfrage, wenn auch spürbar verhaltener. Als Hauptgrund nennen die Immobilienexperten Benedikt Gabriel und Bernd Gabel-Hlawa, Gründer und Geschäftsführer der Luxusimmobilienplattform PREMIUM-LIVING die aktuell „sehr unglücklich ausgelegten Freizeitwohnsitzregelungen“, bei denen es – so der Tenor – derzeit primär Verlierer gebe.
Im zweiten Halbjahr 2025 zeigte sich ein auffälliges Marktbild: Die Nachfrage war hoch, die tatsächlichen Transaktionen jedoch vergleichsweise gering, die Entscheidungsfreudigkeit der Käufer blieb zurückhaltend. Für 2026 prognostizieren Gabriel und Gabel-Hlawa jedoch einen radikalen Umschwung – gestützt auf mehrere, klar identifizierbare Faktoren. Und zwar:
1. Deutlich wachsender internationaler Interessentenkreis
Im Exklusivsegment ging es bislang selten um unmittelbaren Bedarf. Entscheidungsgrundlagen waren vielmehr Lifestyle, persönliche Wünsche, emotionale Motive sowie die Überzeugung, eine nachhaltige und wertstabile Investition zu tätigen. Dieses Bild beginnt sich nun zu verschieben.
Zunehmend treten Interessenten auf den Markt, bei denen sich der konkrete Bedarf erhöht, Investitionen neu geordnet und Prioritäten bewusst verschoben werden. Der klassische Lifestyle-Gedanke verliert an Dominanz. An seine Stelle rücken Faktoren wie Sicherheit und Stabilität, die Ganzjahresnutzbarkeit einer Immobilie mit hohem Freizeitwert, gute Infrastruktur, ein hohes Bildungsniveau, punktuelle Unabhängigkeit sowie die Möglichkeit einer „Permanent Residence“. Diese Kriterien steigen auf der persönlichen Immobilien-Bucketlist deutlich nach oben.
Österreich bietet hierfür gleich mehrere Standorte mit sehr guter Ausgangslage. Einige dieser Attribute sind bereits erfüllt, bei anderen – so die Experten – bedarf es rascher politischer Impulse, um die vorhandenen Chancen für die heimische Wirtschaft konsequent zu nutzen.
Top 7 Nationen mit verstärktem Interessentenwachstum für österreichische Immobilien:
- Ukraine
- Bulgarien
- USA
- Rumänien
- Polen
- Ungarn
- Finnland

2. Preisstabilität als Kaufbeschleuniger
Entgegen zahlreicher Prognosen blieben die Immobilienpreise trotz nationaler Rezession und globaler Krisen bemerkenswert stabil. Abgeleitet von steigenden Baukosten und wachsender Nachfrage zeigt sich sogar ein leichtes Preisplus von rund 3 bis 6 Prozent.
Diese Entwicklung nimmt jenen Kaufinteressenten, die mit einem Preisverfall von 10 bis 30 Prozent gerechnet und daher abgewartet hatten, sprichwörtlich den Wind aus den Segeln – und führt zu einer beschleunigten Kaufentscheidung.
Top 7 Regionen Österreichs mit der höchsten Wert-Wachstumsprognose bis 2027 (nachfragebasiert):
- Wörthersee
- Gmunden am Traunsee
- Wolfgangsee
- Ossiacher See
- Attersee
- Weißensee
- Bodensee

3. Stärke der Nischenmärkte
Investitionen und strategische Schwerpunkte im Green-Tech-Segment, im Tourismus sowie im Health-Bereich mit Fokus auf Longevity und höchstem Qualitätsanspruch wirken als zusätzliche Treiber. Vor allem Oberösterreich, Kärnten, Tirol und die Steiermark profitieren davon. Trotz zahlreicher anderer Herausforderungen in der heimischen Wirtschaft ziehen diese Entwicklungen innovative nationale und internationale Unternehmerinnen und Unternehmer an, die ihren Lebensmittelpunkt bewusst in diese Regionen verlagern.
Parallel dazu verstärkt sich der Trend zu erlesenem Handwerk und traditionellen, regionalen Produkten – ein Bereich, in dem Österreich laut Gabriel und Gabel-Hlawa über großes Potenzial verfügt, dieses jedoch mit „dringendem Alarm“ weiter forcieren müsse.
Besonders dynamisch zeigt sich zudem die Nachfrage nach historischen Immobilien, die mit nachhaltigen Investitionen kombiniert werden. In den vergangenen fünf Jahren ist dieses Segment im Luxusmarkt um über 60 Prozent gewachsen. Dieser Anstieg verläuft nahezu synchron mit dem globalen Wachstum im Bereich von Luxusprodukten insgesamt.
Top 7 Objektarten im Luxussegment:
- Green-Tech-Haus am See
- Chalet
- Jugendstilhaus
- Bauernstil-Immobilie mit Holzbau und verschindelter Fassade
- Paarhöfe
- Fachwerkhaus im Heimatstil
- Winzerhaus
Luxus international: Rückzugsorte gewinnen global an Bedeutung
Auch international haben sich in den vergangenen beiden Krisenjahren mehrere Destinationen unerwartet stark entwickelt. Gleichzeitig hat sich die Begehrlichkeit bestehender Immobilien-Hotspots weiter verstärkt. Auffällig ist dabei: Besonders gefragt sind Standorte außerhalb Europas sowie europäische Regionen, die traditionell als Rückzugsorte „abseits des Schusses“ gelten.
Internationale Regionen mit stark wachsender Nachfrage:
- Kanada: Thunder Bay, Halifax, West Vancouver
- Indonesien: Bali, Jakarta, Surabaya
- Vereinigte Arabische Emirate: Dubai
- Costa del Sol
- Madeira
- Südliches Portugal: Faro, Albufeira, Lagos
- Toskana

Nicht nur im langfristigen Immobilieninvestment sind Häuser als Rückzugsorte mit Green-Tech-Ausstattung stark im Trend. Auch im Luxusreisesegment hat sich die Nachfrage nach genau diesen Angeboten in den letzten zwei Jahren verdreifacht.
Der Luxusimmobilienmarkt wächst also weiterhin überdurchschnittlich und bestätigt sich damit als äußerst attraktives Investitionsfeld – insbesondere dort, wo Lage mit hohem Freizeitwert, hochwertige traditionelle Bauweise und Nachhaltigkeit konsequent zusammenspielen.
Fotos: MotionPictureEntertainment, Sybille Sierlinger
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