Ist der Weihnachtszauber verflogen, muss der Christbaum aus dem Haus. Dabei muss er nicht gleich entsorgt werden – schenken Sie ihm mit Christbaum-Upcycling doch ein zweites Leben.
Gerade noch hat der Christbaum in seiner ganzen Pracht für festliche Stimmung gesorgt. Doch auch die schönste Weihnachtszeit geht zu Ende, damit muss auch der Christbaum aus dem Haus. Vielleicht ist dies aber auch nicht notwendig – mit etwas Wissen, Geschick und Fantasie können Tanne, Fichte oder Kiefer nach Weihnachten anderweitig verwendet werden.
Gut gegen Erkältungen
Nadelbäume sind nicht nur eine Wohltat fürs Auge, sondern haben, wie bereits Paracelsus oder Hildegard von Bingen wussten, heilende Kräfte. So wurde ihr Harz wegen seiner antiseptischen sowie durchblutungsfördernden Wirkung jahrhundertelang als Wundheilmittel beziehungsweise für Rheuma- und Arthrosesalben verwendet.
Darüber hinaus enthalten die Nadeln von Tanne und Fichte ätherische Öle, die sich wegen ihrer schleimlösenden und antibakteriellen Eigenschaften positiv auf die Atemwege auswirken. Stellen Sie doch aus frischen oder getrockneten Nadeln einen schleimlösenden Tee her: Dazu einfach ein bis zwei Teelöffel Nadeln mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Sie können die Fichten- und Tannennadeln übrigens auch mit Heilkräutern wie Salbei oder Thymian mischen.
Natürlich können die Nadeln auch zum Inhalieren, als Gurgelmittel oder Erkältungsbad verwendet werden: Für Letzteres kochen Sie rund 150 Gramm Nadeln rund zehn Minuten in ausreichend Wasser. Gießen Sie den Sud durch ein Sieb ins Badewasser und genießen Sie etwa 20 Minuten lang Ihr Waldbad, das nicht nur bei Erkältungen, sondern auch bei Gelenksschmerzen und Muskelverspannungen Erleichterung bringt.
Alternativ können Sie aus den Nadeln auch ein Badesalz herstellen: Mischen Sie dazu beispielsweise 250 Grad Natursalz mit ein bis zwei Handvoll Nadeln und eventuell einigen Tropfen ätherischen Öls. Damit sich die ätherischen Öle der Nadeln besser freisetzen, ist es ratsam, diese zuvor ein wenig zu zerdrücken. Füllen Sie die Mischung in ein Glas und lassen Sie sie etwa zwei Wochen im Dunkeln ziehen. Ist das Badesalz fertig, geben Sie ein bis zwei Esslöffel davon ins Badewasser.

Christbaum-Upcycling vom Wohnzimmer in den Garten
Sie können den Christbaum aber auch im Garten verwenden. Beispielsweise als Futterstelle für hungrige Vögel: Stellen Sie den Baum auf und befestigen Sie Futterhäuschen, Meisenknödel und Co. daran – die gefiederten Freunde werden es Ihnen danken.
Oder bereiten Sie eine Unterkunft für Insekten und andere Tiere vor: Dazu einfach den Stamm in etwa armlange Stücke teilen und in einer ruhigen Ecke aufstapeln. Sie können die Zweige ihres Christbaums darüber hinaus zur Abdeckung von Beeten und frostempfindlichen Pflanzen verwenden oder diese durch Häckseln in Mulch verwandeln.
Natürlich können Sie den Baum auch kompostieren: Schneiden Sie dazu die Äste ab und zerkleinern Sie den Stamm – so wird der Kompost besser durchlüftet. Auch in diesem Fall gilt: Kompostieren Sie nur Christbäume aus ökologischer Waldwirtschaft.
Wer sich im Sommer über eine Nacktschnecken-Plage geärgert hat, sollte die Nadeln sammeln, trocken aufbewahren und im Frühjahr rund um gefährdete Pflanzen streuen. Denn Nacktschnecken mögen keine rauen Oberflächen.
Spielzeug und Knabberspaß
Christbäume sind auch für so manche Tiere nach Weihnachten eine willkommene Abwechslung. Schafe, Ziegen, Antilopen, Hirsche, Zebras oder Elefanten sehen in den Bäumen nicht nur ein Spielzeug, sondern auch einen Leckerbissen.
Achtung: Verwenden Sie für die genannten Anwendungen nur Christbäume aus ökologischer Waldwirtschaft, die ohne Einsatz von Herbiziden, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln gewachsen sind. Auch Wachsreste, Glitzersprays und Kunstschnee haben in diesen Fällen nichts auf dem Baum verloren.
Kreative Ideen für Christbaum-Upcycling
Beim Recyceln des Christbaums sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Verwandeln Sie Äste beispielsweise in hübsche Holzknöpfe! Entfernen Sie zuerst die Rinde des Astes, danach sägen Sie die benötigte Anzahl an Knöpfen ab. Bringen Sie die Knöpfe mit Schleifpapier in die gewünschte Form und bohren Sie Löcher zum Annähen in die Mitte. Polieren Sie danach die Knöpfe oder reiben Sie sie mit Planzenöl ein. Aus dicken Ästen oder dem Stamm lassen sich auf ähnliche Weise Topf- und Glasuntersetzer herstellen.
Gleiches gilt für ein Insektenhotel: Schneiden Sie dazu einfach ein Stück vom Stamm ab und bohren Sie unterschiedlich große Löcher hinein. Natürlich können auch die getrockneten und unbehandelten Nadeln weiterverwendet werden: Mahlen Sie diese zu einem feinen Pulver, mit dem später Suppen, Salate und andere Gerichte verfeinert werden können.
Kurz und knapp: Der Christbaum, sofern ökologisch, ist zum Entsorgen viel zu schade.

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