Gedeckte Farben, strukturierte Stoffe und runde Formen werden dem Einrichtungsjahr 2026 genauso ihren Stempel aufdrücken wie der Wohntrend zu Nachhaltigkeit und Vintage. Trotzdem darf dabei eines nicht übersehen werden: „Die Menschen folgen nicht mehr blind einem Trend, sondern legen immer mehr Wert darauf, ihre Individualität zu leben“, weiß Philipp Hoflehner, Geschäftsführer des internationalen Interior Design-Unternehmens Bernd Gruber.
Wohntrend 1: Struktur ist gefragt
Cord, Samt, aber auch Bouclé und andere grob gewebte Stoffe dominieren weiterhin als Materialien für die Bezüge von Sofas, Stühlen, Pölstern und Co. das Jahr 2026. „Bei den Stoffen steht das Jahr definitiv ganz im Zeichen von Struktur“, sagt Hoflehner. Kein Wunder, sorgen die taktilen Materialien für Behaglichkeit und Wohlbefinden. „Aber auch Leder hat nach wie vor seine Berechtigung“, weiß der Experte. Bei Stoffen sticht aber noch etwas anderes ins Auge: „Immer öfter werden Hochleistungsstoffe aus dem Outdoorbereich auch im Inneren verwendet. Sie sind nämlich extrem strapazierfähig, außerdem kann man so gut wie jeden Fleck entfernen“, erzählt Hoflehner. Gleichzeitig jedoch würden sich die Materialien sehr weich und angenehm angreifen.
Wohntrend 2: Mehr Schwung im Leben
„Die Entwicklung zu weicheren Formen hält ebenfalls an“, so Hoflehner. Sofas, Stühle und Sessel laden damit auch heuer mit ihren Rundungen und geschwungenen Formen zum Hineinkuscheln und Verweilen ein.
Und sogar bei Tischen löst sich die strenge Formensprache der Vergangenheit auf. „Selbst in ihrer Grundform rechteckige oder quadratische Tische sind nicht mehr nur eckig“, sagt der Design-Experte.

Wohntrend 3: Mut zur Farbe
Warme, natürliche Farben feiern im neuen Jahr ihr Comeback. Das Farbspektrum reicht dabei von Erdfarben in allen möglichen Schattierungen über Ziegeltöne und Rostrot bis zu einem dunklen Grün. „Dabei merken wir, dass Kontraste weniger werden“, beschreibt Hoflehner. Eine Entwicklung, die durchaus begrüßenswert sei. „Kontrastloseres Gestalten bringt mehr Ruhe in den Raum“, so der Geschäftsführer von Bernd Gruber, der allerdings davor warnt, völlig auf Gegensätze zu verzichten. „Wenn alles zu ruhig und eintönig ist, ist es auch daneben“, so Hoflehner.

Wohntrend 4: More Vintage
Eine 1960er Vintage-Anrichte neben dem modernen Sofa? Eine Lampe aus den 1970er Jahren neben dem Lesesessel? Und der Schrank aus der ersten eigenen Wohnung im Vorzimmer? Was bis vor einigen Jahren als undenkbar galt, ist nun Trend. Mix und Match sind angesagter denn je. „Alles aus einer Hand kann keiner mehr sehen“, ist Hoflehner überzeugt.
Das gelte sowohl für die Epochen als auch die Hersteller. Wohnungen und Häuser sollten schließlich keine Showrooms sein, sondern die Persönlichkeit beziehungsweise Einzigartigkeit ihrer Bewohner ausdrücken.
Wohntrend 5: Qualität zählt
Ein weiterer Fokus im Einrichtungsjahr liegt auf Nachhaltigkeit. Das gilt nicht nur hinsichtlich der Materialien, sondern auch der langlebigen Gestaltung. „Gestalterische Nachhaltigkeit bedeutet, dass man beim Interior Design auf effekthaschende Entwürfe, die nach drei bis vier Jahren an Kraft verlieren, verzichtet“, erklärt Hoflehner.
Voraussetzung für eine langlebige Gestaltung seien jedoch qualitativ hochwertige Materialien. „Mit dem steigenden Nachhaltigkeitsbewusstsein haben diese aber ohnehin spürbar an Bedeutung gewonnen“, ist er überzeugt.
Wohntrend 6: Ran an die Wand
„Farbige Wände sind bei uns sensibles Terrain“, weiß Hoflehner. Dennoch gewinnen sie zunehmend Anhänger. Nicht immer setzen diese nur auf bunte Wandfarben. „Tapeten werden jedes Jahr mehr“, so der Design-Experte. Anders als in den Jahren zuvor setzen Designer dabei auf Schlichtheit. „Die Tapeten sind oft einfärbig und weisen ebenfalls Strukturen auf. Sie wirken häufig wie Stoff“, beschreibt Hoflehner.
Wer sich heuer neu einrichten will, kann somit aufatmen. Die Welt des Interior Designs bietet nicht nur viele Möglichkeiten, sondern auch immer mehr Freiheiten.
Unser Experte für die Wohntrends 2026

Alle Fotos: Bernd Gruber
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