Mit Raumteilern, Klappbetten und ausziehbaren Schreibtischen lassen sich praktische Lösungen für Multifunktionsräume schaffen, die mehr als einen Zweck erfüllen müssen.
Tagsüber konzentrierter Arbeitsplatz, abends gemütliches Gästezimmer: Immer mehr Räume müssen heute mehrere Funktionen erfüllen. Die gute Nachricht? Mit den richtigen Möbeln und ein paar cleveren Tricks lassen sich auch kleinere Zimmer perfekt in Multitalente verwandeln – ohne dass man sich dabei eingeengt fühlt oder ständig umräumen muss.
Die Kunst der optischen Trennung
Der erste Schritt zu einem funktionierenden Multifunktionsraum ist die klare Zonierung. Auch ohne Wände kann man Bereiche voneinander abgrenzen und so jedem seine eigene Identität geben.
Raumteiler mit Mehrwert
Offene Regalsysteme sind die Klassiker unter den Raumteilern – und das aus gutem Grund. Sie schaffen Privatsphäre, ohne den Raum komplett zu verschließen, und bieten gleichzeitig Stauraum für beide Seiten.Das „Kallax“-Regal von IKEA (https://amzn.eu/d/fKUE49f) ist hier der Dauerbrenner, Systeme wie „String“ oder „USM Haller“ punkten mit ihrer Luftigkeit und lassen sich individuell konfigurieren.
Eine elegantere Variante sind Paravents aus natürlichen Materialien. Raumteiler aus Rattan oder Bambus bringen nicht nur Struktur, sondern auch Wärme in den Raum.
Vorhänge: Die flexible Lösung
Wer es noch variabler mag, setzt auf Vorhänge. Eine Gardinenstange an der Decke montiert, schon kann man den Arbeitsbereich bei Bedarf komplett verschwinden lassen. Der Vorteil: Man kann je nach Stimmung und Bedarf öffnen oder schließen. Schwere Leinenstoffe oder Samt schlucken außerdem Schall – ideal, wenn man in Videokonferenzen nicht gestört werden will.
Farbe als Zonentrenner in Multifunktionsräumen
Manchmal reicht schon eine andere Wandfarbe oder ein farblich abgesetzter Teppich, um zwei Bereiche optisch zu trennen. Der Arbeitsbereich darf ruhig in einem kühleren, konzentrationsfördernden Blau oder Grau gehalten sein, während die Schlafecke in warmen Erdtönen zur Ruhe kommt.
Möbel, die mitdenken
Bei Räumen mit Doppelfunktion sind Möbel gefragt, die sich anpassen können – ohne dabei wie Notlösungen auszusehen.
Das Klappbett: Nicht mehr das, was es mal war
Vergessen Sie knarrende Gästebetten aus den Neunzigern. Moderne Schrankbetten sehen aus wie hochwertige Schränke und verwandeln sich in Sekunden in vollwertige Betten. Manche Modelle gibt’s sogar mit integriertem Schreibtisch, der sich hochklappen lässt. Eine Investition, die sich lohnt, wenn Gäste regelmäßig kommen.
Alternativ: Hochwertige Klappbetten bieten überraschend guten Schlafkomfort und lassen sich platzsparend verstauen. Mit einer schönen Tagesdecke verwandelt sich so ein Bett tagsüber auch in eine zusätzliche Sitzgelegenheit.

Der wandelbare Schreibtisch
Ausziehbare oder klappbare Schreibtische sind Gold wert. Moderne Sekretäre verwandeln sich von unauffälligen Möbelstücken in vollwertige Arbeitsplätze. Zugeklappt nehmen sie kaum Platz weg, aufgeklappt bieten sie eine überraschend großzügige Arbeitsfläche.
Eine andere Lösung: Wandmontierte Klapptische. Sie verschwinden komplett, wenn man sie nicht braucht, und schaffen so maximale Flexibilität. Wichtig dabei: auf stabile Wandhalterungen achten, damit der Tisch auch belastet werden kann.
Die Sitzbank mit Geheimnis
Sitzbänke mit Stauraum sind die heimlichen Stars in Multifunktionsräumen. Sie bieten Sitzgelegenheiten für Gäste, verstecken Bettwäsche und Gästehandtücher und können mit Kissen auch als zusätzliche Liegefläche dienen. Besonders praktisch sind gepolsterte Varianten, die Komfort und Stauraum vereinen.
Storage-Hacks für zwei Leben in einem Raum
Der Schlüssel zu funktionierenden Multifunktionsräumen liegt im cleveren Stauraum. Alles braucht seinen Platz – und zwar so, dass man nicht ständig umräumen muss.
Jeden Zentimeter in Multifunktionsräumen nutzen
Nutzen Sie jeden verfügbaren Platz. Betten mit Bettkasten sind ein Muss für Gästezimmer-Kombinationen. Hier verschwinden Decken, Kissen und Gästebettwäsche unsichtbar. Wer kein Bett mit integriertem Kasten hat, greift zu flachen Aufbewahrungsboxen auf Rollen – die passen unter fast jedes Bett.
Auch die Wand über dem Bett lässt sich nutzen: Schwebende Regale oder schmale Wandboards bieten Platz für Bücher, Deko oder auch Ordner, ohne wertvollen Bodenplatz zu beanspruchen.
Modulare Systeme
Flexible Regalsysteme lassen sich immer wieder neu konfigurieren. Heute Regal, morgen Sideboard, übermorgen Raumteiler. Diese Flexibilität ist ideal für Räume, die sich an wechselnde Bedürfnisse anpassen müssen.
Die Garderobe als Raumwunder für Multifunktionsräume
Eine freistehende Garderobe kann mehr als nur Jacken aufhängen. Modelle mit Ablageflächen und Haken bieten Gästen einen eigenen Bereich für ihre Sachen, ohne dass man einen Schrank freimachen muss.
Boxen, Körbe, Ordnung
Offene Regale leben von schönen Aufbewahrungslösungen. Einheitliche Boxen oder Körbe sorgen für Ruhe im Raum und verbergen das Chaos. Ein Tipp: Verschiedene Farben für verschiedene Funktionen nutzen. Graue Boxen fürs Büro, naturfarbene für Gästesachen.
Licht für beide Welten
Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung der Beleuchtung. Ein Raum mit Doppelfunktion braucht verschiedene Lichtszenarien: helles, fokussiertes Arbeitslicht für den Schreibtisch, warmes, indirektes Licht für den Schlafbereich.
Schreibtischlampen mit verstellbarem Arm lassen sich präzise ausrichten, Stehlampen mit Dimmfunktion schaffen abends Gemütlichkeit. Smarte Lichtsysteme ermöglichen es, verschiedene Lichtszenen zu speichern – morgens konzentriert, abends entspannt, auf Knopfdruck.
Das Wichtigste zum Schluss
Ein Multifunktionsraum funktioniert nur, wenn beide Funktionen ernst genommen werden. Das heißt: Der Arbeitsplatz darf nicht provisorisch wirken, und das Gästebett sollte mehr sein als eine Notlösung. Mit durchdachter Planung, hochwertigen Möbeln und cleveren Details wird aus einem Kompromiss ein Raum, in dem man gerne arbeitet – und in dem sich Gäste willkommen fühlen.
Der Trick liegt darin, Möbel zu wählen, die in beiden Welten funktionieren. Ein schöner Sessel ist tagsüber die Lesepause im Homeoffice und abends der bequeme Platz für den Gast. Ein Sideboard bietet Stauraum für Arbeitsmaterialien und Gästewäsche. Und ein gut platzierter Raumteiler schafft zwei eigenständige Bereiche, ohne dass der Raum kleiner wirkt.
Mit ein bisschen Kreativität wird aus der Notwendigkeit eine Chance: Ein Raum, der mehr kann als die Summe seiner Teile.
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