Nachdem einige Jahre Minimalismus und Clean Chic das Non-Plus-Ultra des Interior Designs waren, schwingt das Pendel in die Gegenrichtung: Üppiger, bunter, kreativer und individueller lautet die Devise – und beschert damit dem Maximalismus ein Comeback.
Was ist Maximalismus in der Einrichtung?
„Mehr – und zwar von allem“ – das ist die wohl treffendste Definition von Maximalismus. Man schwelgt in Farben, Formen, Materialien, Mustern und Dekoration, von Zurückhaltung ist dabei keine Spur. Schließlich geht es beim Maximalismus darum, die eigene Persönlichkeit, Individualität, Kreativität und Geschichte in der Gestaltung der eigenen vier Wände auszudrücken. Das bedeutet weiters, dass nicht nur das eine oder andere Lieblingsstück, sondern durchaus auch wieder mehr von ihnen aus Kellern, Kästen und Läden hervorgekramt und präsentiert werden dürfen. Um das zu erreichen, kann beim Kombinieren so manche bisher gängige Regel getrost über Bord geworfen werden. Frei nach dem Motto: Erlaubt ist, was gefällt.
Der Maximalismus ist übrigens keine Erfindung der Gegenwart: Seine Wurzeln reichen Experten zufolge zumindest bis ins 19. Jahrhundert, manche meinen sogar bis ins Barock zurück. Und wie vor rund 200 oder mehr Jahren geht es auch heute darum, sich und seine Schätze ins rechte Licht zu rücken.
Wie unterscheidet sich Maximalismus von Minimalismus?
Gilt beim Minimalismus das Motto „Weniger ist mehr“, heißt es beim Maximalismus „Darf es ein bisschen mehr sein?“. Klare Linien und Formen, neutrale Farben und Reduktion sind die typischen Merkmale des Minimalismus, Einfachheit und Funktionalität werden großgeschrieben. Üppig, bunt, prachtvoll, lebendig, einzigartig und möglicherweise auch ein wenig exaltiert, so zeigt sich hingegen der Maximalismus. Farben, Formen, Muster und Materialien, aber auch Stile und Kulturen werden gemischt – was nicht nur Kreativität, sondern unter Umständen auch ein wenig Mut erfordert.

Wie richte ich mein Zuhause im Maximalismus-Stil ein?
Zu den wichtigsten Elementen des maximalistischen Stils gehören Farben – vor allem kräftige, satte Farben. Trauen Sie sich, verschiedene Farben zu kombinieren, starke Kontraste und ungewöhnliche Kombinationen sind absolut erwünscht. Im Zweifel müssen Sie ja nicht gleich die Wände und/oder Decke bunt streichen – falls Sie sich nicht ganz sicher sind, experimentieren Sie vorerst einmal mit bunten Textilien.
Neben Farben gibt es noch ein anderes typisches Element für den Maximalismus, nämlich Muster, und zwar an Wänden, auf Textilien, Bildern und sogar Möbeln. Scheuen Sie sich ebenfalls nicht, florale Prints, Streifen oder geometrische Formen miteinander zu kombinieren. Gleiches gilt für Materialien: Samt, Seide oder Leinen vertragen sich ebenfalls gut miteinander und sorgen in Kombination für Spannung. Apropos Kombination: Haben Sie keine Hemmungen, alt und neu zu kombinieren. Alte Biedermeier-Sessel, beispielsweise mit bunten Stoffen bezogen, harmonieren perfekt mit einem modernen Holztisch. Eine Stehlampe aus den 1970er Jahren wiederum kann die neue Sitzecke ins perfekte Licht rücken.
Ebenfalls nicht fehlen dürfen Statement-Pieces: Sei es, die Kommode aus dem Familienbesitz, ein opulenter Luster oder die extravagante Skulptur – inszenieren Sie jene Stücke, die Ihnen am Herzen liegen, verwandeln Sie den Raum rundherum in die passende Bühne. Abgerundet wird das Ganze durch die passende Deko, zu der natürlich auch Pflanzen gehören.
Übrigens: Wer sich mit Türkis, Tiefblau, Smaragdgrün und Co nicht anfreunden kann, muss auf den maximalistischen Stil nicht verzichten. Denn selbst mit gedeckten Farben und Mustern sowie der entsprechenden Dekoration kann dieser Stil umgesetzt werden.
Wie vermeide ich Chaos im Maximalismus?
Obwohl es so wirken mag: Beim Maximalismus geht es nicht darum, möglichst viel von allem in einen Raum zu packen. Vielmehr geht es darum, Räumen mit verschiedenen Gestaltungselementen Dynamik und Lebendigkeit zu verleihen und ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen. Das gelingt, indem Sie auf einen roten Faden achten. Das können eine einheitliche Farbpalette, die Wiederholung eines bestimmten Musters oder Punkte, an denen das Auge zur Ruhe kommen kann, sein.

Welche Möbel und Accessoires sind typisch für Maximalismus?
Die typischen Möbel und Accessoires für den Maximalismus gibt es nicht – selbst ein einfaches Regal kann mit dem entsprechenden Obendrauf und Drumherum zum maximalistischen Eyecatcher werden. Dennoch gibt es Möbelstücke und Accessoires, die gleich von sich aus maximalistisch wirken. Das kann ein bunter Schrank aus Asien genauso sein wie ein englisches Sofa, ein imposanter Lehnstuhl, ein alter Esstisch, ein Kronleuchter oder ein Bild in verschnörkeltem Rahmen – Hauptsache, es wirkt einzigartig und opulent.
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