Zimmerpflanzen sind nicht nur optisch ein Highlight, sondern verbessern auch das Raumklima. Sie senken die Schadstoffbelastung in der Luft, produzieren Sauerstoff und erhöhen die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen. Darüber hinaus reduzieren Zimmerpflanzen und deren Pflege Stress und verbessern die Stimmung, wie Studien zeigen.
Topfpflanzen, Gestecke und Blumensträuße können jedoch die Neugier von Haustieren wecken, die in ihnen ein spannendes Spielzeug sehen. Doch Achtung – nicht immer geht das gut aus. Nicht nur, weil Pflanzen und deren Behältnisse unter Umständen dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Punkt ist vielmehr, dass einige beliebte Zimmerpflanzen für Hunde, Katzen und andere Haustiere giftig sind. Ein Biss ins Blatt, die Blüte oder die Blumenzwiebel beziehungsweise das Verschlucken von Samen löst in diesem Fall nicht unbedingt nur Unwohlsein aus, sondern kann sogar schwere Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod hervorrufen.
Die giftigsten Zimmerpflanzen für Haustiere
Die Liste der Zimmerpflanzen, die den tierischen Mitbewohnern nicht bekommen, ist lang. Wir stellen ihnen zwölf davon vor, die häufig in Innenräumen zu finden sind.
Aloe Vera
Seit Jahrtausenden wird die Aloe Vera nicht nur zur Hautpflege, sondern auch als Heilpflanze geschätzt – ob zur Behandlung von Wunden, Hautkrankheiten, Magen-Darm-Beschwerden, Gelenkschmerzen oder Sonnenbrand. Haustiere sollten von der zur Familie der Liliengewächse gehörenden Pflanze allerdings ferngehalten werden: Zum einen können sie sich an den Widerhaken am Rand der Blätter verletzen, zum anderen ist diese für sie giftig. Der in den fleischigen Blättern enthaltene Pflanzensaft kann zu Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen, Lähmungserscheinungen und schweren Reizungen in Maul, Rachen und Verdauungstrakt führen.
Alpenveilchen
Da die auch als Zyklamen bekannten Zimmerpflanzen zu den giftigsten Mitbewohnern gehören, sollten Haustierhalter besonders vorsichtig sein. Die in der Pflanze, ganz besonders aber in der Knolle enthaltenen Triterpensaponine führen unter anderem zu Erbrechen, Durchfall, Kreislaufproblem und Krämpfen. In schweren Fällen kann es auch zu lebensbedrohlichen Atemproblemen kommen.
Amaryllis
Vor allem in der Vorweihnachtszeit ist die Amaryllis in vielen Haushalten ein wahrer Augenschmaus. Für Haustiere allerdings stellt die Pflanze eine große Gefahr dar: Denn die gesamte Pflanze, ganz besonders aber die Zwiebel, ist für sie stark giftig. Symptome für eine Vergiftung sind neben Erbrechen und Durchfall auch Herzrhythmusstörungen, ein verringerter Herzschlag, Blutdruckabfall sowie Bewegungsstörungen, Speichelfluss, Krämpfe und Zittern. Übrigens: Auch der zu den Amaryllisgewächsen gehörende Rittersporn ist für Haustiere giftig.
Azaleen
Azaleen (Rhododendron obtusum) sind vor allem wegen ihrer üppigen Blütenpracht gern gesehene Mitbewohner. Doch die ursprünglich aus Japan stammende Pflanze, konkret das in ihr enthaltene Acetylandromedol, ist für Vierbeiner – von Hunden und Katzen bis zu Schildkröten – giftig. Anzeichen, dass an der Pflanze geknabbert wurde, sind neben vermehrtem Speichelfluss unter anderem Erbrechen, Durchfall, Taumeln und Krämpfe. In besonders schweren Fällen können sogar Koma und Herzversagen die Folge sein.

Buntwurz
Die tropische Buntwurz (Caladium hybride) besticht vor allem mit ihren auffälligen, bunt gefärbten Blättern. Doch die aus den Tropen Südamerikas stammende Zimmerpflanze ist für die meisten Haustiere – von Hund und Katz über Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster bis zu Vögeln – giftig. Typische Vergiftungserscheinungen sind starker Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall sowie Schluckbeschwerden.
Calla
Die zur Familie der Aronstabgewächse stammt ursprünglich aus den sumpfigen Regionen Südafrikas. Doch so schön sie auch ist, für Haustiere ist der in der gesamten Pflanze enthaltene Pflanzensaft giftig. Achtung: Damit er aus der Pflanze austritt, muss diese nicht unbedingt angeknabbert werden. Vielmehr tritt er oft auch von allein an den Blattspitzen aus und tropft dann unter Umständen auf den Boden. Anzeichen dafür, dass ihr Haustier damit in Kontakt gekommen ist, sind Erbrechen, Durchfall, Schleimhautreizungen, aber auch Gleichgewichtsverlust, Krämpfe und im schlimmsten Fall Atemstillstand.
Die Symptome, die er auslöst, reichen von Bauchbeschwerden und Reizungen der Mundhöhle bis hin zu Gleichgewichtsverlust, Zittern, Krampfanfällen, Atemstillstand und folglich Tod.
Dieffenbachia
Die Dieffenbachia ist leicht zu pflegen und dekorativ – und daher äußerst beliebt. Was viele aber nicht wissen ist die Tatsache, dass es sich bei ihr um eine der giftigsten Zimmerpflanzen handelt. Sie enthält nämlich giftige Oxalsäure, Alkaloide, Triglochinin, Saponin und Kalziumoxalat-Kristalle. Und das nicht nur, wenn der Pflanzensaft aufgenommen wird. Selbst die bloße Berührung der Pflanze, sogar von abgestorbenen Pflanzenteilen, führt zu Haut- und Augenreizungen. Haben die tierischen Mitbewohner an der Dieffenbachia geknabbert, zeigt sich die Reizung von Mundschleimhaut und Zunge rasch durch starken Speichelfluss und Erbrechen. Viele Tiere zeigen auch durch verändertes Verhalten an, dass Maul und/oder Zunge brennen oder schmerzen. In schweren Fällen kann es sogar zu Schwellungen im Rachen und damit zu Atembeschwerden kommen – dann besteht Lebensgefahr! Übrigens: Selbst das im Topfuntersetzer stehende Gießwasser kann zu Vergiftungserscheinungen führen.

Lilie
Nicht jede Lilienart, aber viele davon, sind für Haustiere giftig. Zu diesen zählen unter anderem Pflanzen der Gattungen Lilium (Lilien) und Hemerocallis (Taglilien). Bei diesen ist die gesamte Pflanze giftig, selbst Blütenstaub oder Pollen können Vergiftungserscheinungen hervorrufen.
Hunde und Katzen reagieren dabei auf das Gift unterschiedlich: Bei Zweiteren kann bereits ein bisschen Knabbern an allen Pflanzenteilen zu einer schweren, möglicherweise sogar tödlichen, Vergiftung führen. Als Alarmzeichen gelten Erbrechen, Magen-Darm-Beschwerden, Speicheln, Appetitlosigkeit sowie Apathie.
Monstera
Wie bei fast allen Arten der Aronstabstabgewächse (Araceae) führt auch das Knabbern an einer Monstera, und auch der Philodendron, bei Haustieren zu Vergiftungserscheinungen. Grund dafür sind in der Pflanze enthaltene Stoffe wie Oxalsäure, Kalziumoxolat oder Bitterstoffe, die Würgen, Erbrechen, verstärktes Speicheln, Schluckbeschwerden, aber auch Durchfall, Taumeln oder Zittern hervorrufen können.
Palmfarn
Palmfarne, vor allem der japanische Palmfarn, sind dekorativ und pflegeleicht. Gerade das macht sie zu einer der beliebtesten Zimmerpflanzen. Für Haustiere ist die gesamte Pflanze, die das Glykosid Cycasin enthält, giftig. Zu den typischen Vergiftungssymptomen gehören Erbrechen, unter Umständen blutiger Durchfall, Bauchkrämpfe und Schwäche. Ganz besonders giftig sind übrigens die Samen des Palmfarns: Für Hunde können bereits zwei Samen tödlich sein!
Die anspruchslose Yucca-Palme ist in vielen Wohnungen zu finden. Dabei ist auch sie für Haustiere giftig. Die im Stamm und den Blättern enthaltenen Saponine können bei Haustieren, die daran knabbern oder sie fressen, Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Apathie auslösen. Die Topfpflanze ist aber nicht nur deshalb für Haustiere gefährlich: Die scharfkantigen Blätter können zu Verletzungen am Maul führen.
Weihnachtsstern
Das Wolfsmilchgewächs erfreut vor allem in der Weihnachtszeit, bei Pflegeprofis unter Umständen sogar das ganze Jahr über, großer Beliebtheit. Doch der milchige Saft der Pflanze besitzt eine ätzende Wirkung. Aufgrund dessen kann es bei Haustieren, die sich an der Pflanze gütlich tun, zu Irritationen der Schleimhäute, (blutigen) Brechdurchfällen oder auch Lähmungen kommen.
Erste Hilfe bei Vergiftungen
Die Frage, was bei einer Vergiftung zu tun ist, beschäftigt wohl jeden Haustierbesitzer. Die wohl wichtigste Empfehlung in diesem Fall lautet: Suchen Sie sofort eine Tierarztpraxis auf, gerade bei Vergiftungen zählt unter Umständen jede Sekunde! Nehmen Sie gegebenenfalls eine Probe des Erbrochenen oder des Kots mit, um eine schnelle Diagnose zu ermöglichen – sofern Sie nicht ohnehin auf den ersten Blick erkennen, an welcher Pflanze sich der tierische Mitbewohner vergangen hat.
Ist das Tier bewusstlos, bringen Sie es in die stabile Seitenlage und halten Sie die Atemwege frei.
Noch ein wichtiger Tipp: Denken Sie daran, dass selbst eine leichte Vergiftung unter Umständen Organschäden nach sich ziehen kann.

Wie mache ich mein Zuhause pflanzensicher für Haustiere?
Wer seine Haustiere vor einer Vergiftung mit giftigen Zimmerpflanzen schützen will, hat drei Möglichkeiten: Die erste ist, auf diese überhaupt zu verzichten. Die zweite ist, die Pflanzen dort aufzustellen, wo sie für tierische Mitbewohner unerreichbar sind. Die dritte Alternative ist, zu ungiftigen Zimmerpflanzen zu greifen. Doch welche fallen tatsächlich in diese Kategorie?
Diese Zimmerpflanzen sind für Haustiere ungiftig
Wer Haustiere besitzt, muss nicht auf Zimmerpflanzen verzichten. Berg- und Zwergpalmen können genauso ruhigen Gewissens angeschafft werden wie die Korbmarante (Calathea), Bromelien, Geldbaum oder ein Hibiskus. Ebenfalls auf der sicheren Seite ist man mit Glückskastanie, Zyperngräsern, Grünlilie, Zimmertanne und echten Farnen.
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