Es gibt Tage, an denen sich die Welt sehr seriös gibt: Tag der Mathematik, Tag der Umwelt, Tag der Menschenrechte. Und dann gibt es diese wunderbar sympathischen Feiertage, die uns daran erinnern, dass das Leben nicht nur aus Pflichten besteht, sondern auch aus kleinen, goldbraunen Momenten. Einer davon ist der Tag des Toasts.
Ja – Toast hat tatsächlich einen eigenen Feiertag. Und das ist weit weniger absurd, als es zunächst klingt. Denn Toast ist nicht einfach nur Brot, das man kurz röstet. Toast ist ein Küchenklassiker, ein internationaler Verständigungsversuch und in Wahrheit eine Art kulinarischer Joker: Wenn die Zeit fehlt, wenn der Kühlschrank halb leer ist oder wenn man sich einfach nach etwas Warmem, Knusprigem und Verlässlichem sehnt, ist Toast oft die Antwort.
Und weil das so ist, wird Toast gefeiert. In Großbritannien zum Beispiel gibt es den bekannten National Toast Day, der jedes Jahr am letzten Donnerstag im Februar stattfindet – also heute. Ins Leben gerufen wurde dieser Tag 2014 von den Tiptree World Bread Awards gemeinsam mit Brook Food. Ziel: Toast als Traditionsgericht würdigen und zeigen, wie viel Genuss in etwas so Einfachem stecken kann.
Toast ist älter als man denkt – und viel internationaler, als man ahnt
Die Idee, Brot zu rösten, ist natürlich keine Erfindung der Neuzeit. Bereits in der Antike wurde Brot in der Nähe von Feuerstellen geröstet – teils aus praktischen Gründen, teils weil Röstaromen eben schon damals einen Reiz hatten.
Spannend ist dabei auch die sprachliche Nebenroute: Das Wort „toast“ hängt nicht nur mit dem Röstvorgang zusammen, sondern auch mit dem Trinkspruch. In früheren Zeiten – und auch im römischen Kontext – war es üblich, geröstetes Brot in Wein zu geben, um ihn milder zu machen. Daraus entwickelte sich schließlich die Vorstellung, jemandem „zuzutrinken“, also: jemanden zu feiern. Toast ist damit nicht nur knusprig, sondern auch ein kleines Stück Kulturgeschichte.
Die große Toast-Revolution: Elektrizität, Design – und ein bisschen Geduld
Der wirkliche Siegeszug des Toasts beginnt, als Technik ins Spiel kommt. Denn sobald Brot nicht mehr zufällig am Feuer geröstet wird, sondern planbar, gleichmäßig und alltagstauglich, wird Toast zum Standard.
Ein früher Meilenstein ist der elektrische Toaster, der um 1909/1910 in den USA kommerziell bekannt wurde. Das Interessante daran: Diese frühen Toaster konnten häufig nur eine Seite toasten. Man musste das Brot wenden – und dabeibleiben. Sonst war’s das mit dem Frühstück. Wer sich also jemals über einen modernen Toaster beschwert hat, weil er „zu langsam“ ist: Es gab Zeiten, da war Toasten eine Art Sport.
1928: Ohne geschnittenes Brot hätte Toast nie Karriere gemacht
Der zweite große Durchbruch – und eigentlich der entscheidende – war nicht der Toaster, sondern das Brot selbst. Genauer gesagt: geschnittenes Brot. Am 7. Juli 1928 verkaufte die Chillicothe Baking Company in Missouri erstmals maschinell vorgeschnittenes Brot – ermöglicht durch die Maschine des Erfinders Otto Frederick Rohwedder. Und damit veränderte sich alles: gleichmäßige Scheiben, perfekt für den Toaster, ideal für Sandwiches, unkompliziert in Hotels, Kantinen und Haushalten.
Das ist der Moment, in dem Toast zu dem wurde, was wir heute kennen: ein Alltagsklassiker mit globalem Potenzial.
Toast um die Welt: Die beliebtesten Varianten
Toast ist weltweit beliebt – und gleichzeitig überall anders. Während in Europa häufig klassisch mit Butter und Marmelade gearbeitet wird, sind es in den USA Peanut Butter & Jelly, in Australien Avocado-Toast, in Großbritannien Ei auf Toast, in Italien Tomate und Olivenöl.
- Butter & Marmelade – Klassiker in Europa und besonders in Großbritannien
- Peanut Butter & Jelly – ein ikonisches Duo in den USA
- Grilled Cheese / Käsetoast – Comfort Food pur, weltweit bekannt
- Avocado-Toast – moderner Klassiker, ursprünglich in Australien populär
- Ei auf Toast – von Spiegelei bis pochiert, der Frühstücksstar
- Nutella – Kindheitsklassiker, besonders in Europa
- Tomate & Olivenöl – mediterranes Lebensgefühl auf geröstetem Brot
Toast ist damit ein wenig wie ein weißes Hemd: schlicht, aber kombinierbar – und in der richtigen Ausführung durchaus luxuriös.

Welcher Toaster für welchen Toast? – oder lieber gleich die Pfanne?
Die wichtigste Toast-Frage lautet nicht „Welcher Toaster ist der beste?“, sondern: Wie toasten Sie am liebsten? Denn jede Methode hat ihre eigenen Stärken.
1) Der Schlitztoaster* – für den klassischen Alltag
Perfekt, wenn Sie schnell ein knuspriges Ergebnis möchten, um danach zu belegen. Ideal für Toastbrot, Sandwichbrot oder dünnere Sauerteigscheiben (mit breiten Schlitzen).
Vorteile: schnell, gleichmäßig, unkompliziert
Nachteile: Belag kommt danach – Käse schmilzt nur bedingt
2) Platten- oder Sandwich-Toaster* – wenn es innen schmelzen soll
Das ist das Gerät für alle, die Toast als warmes Sandwich verstehen: außen knusprig, innen cremig. Perfekt für Käsetoasts, Club Sandwiches und gefüllte Varianten.
Vorteile: schmilzt hervorragend, drückt alles gleichmäßig zusammen
Nachteile: zu viel Druck kann Brot austrocknen, Füllung läuft schneller aus
3) Die Pfanne* mit Butter – die heimliche Königsdisziplin
Wenn Sie Toast in der Pfanne braten, passiert etwas Entscheidendes: Sie rösten nicht nur, Sie karamellisieren. Butter macht aus Toast ein Aromawunder. Das Ergebnis ist goldgelb, duftend und deutlich näher am Deli-Sandwich als am Hotel-Frühstück.
Vorteile: maximaler Geschmack, perfekte Kontrolle
Nachteile: Sie müssen dabeibleiben
Welcher Käse passt auf Toast – und was geht wirklich gar nicht?
Guter Toastkäse muss drei Dinge können: schmelzen, schmecken und stabil bleiben.
Die besten Käsesorten für Toast
- Cheddar – kräftig, cremig, perfekter Schmelz
- Gouda (jung/mittelalt) – zuverlässig, mild, Allrounder
- Emmentaler – zieht Fäden, harmonisch
- Gruyère – nussig, edel, ideal zu Schinken oder Pastrami
- Raclettekäse – für die „Wow“-Schmelze
- Fontina – italienischer Schmelzstar
Was besser nicht
- Mozzarella allein (zu wässrig, Toast wird weich)
- sehr reifer Bergkäse allein (schmilzt oft schlecht und wird ölig)
- zu viel Käse (läuft heraus, Toast wird unkontrollierbar)
Der beste Trick ist übrigens: Mischen. Ein milder Schmelzer (Gouda) plus ein Aromakäse (Cheddar oder Gruyère) ist fast immer besser als eine einzige Sorte.
Fehler vermeiden: Die häufigsten Toast-Fallen
Toast ist schnell – und genau deshalb passiert er oft falsch. Die Klassiker:
- Zu hohe Hitze: außen dunkel, innen kalt
- Zu feuchte Zutaten ohne Barriere: nicht abgetropfte Cornichons, Tomaten & Co. machen Toast rasch matschig
- Toast sofort schneiden: Käse läuft heraus – 30 Sekunden ruhen lassen
- Zu dicke Käsescheiben: schmilzt nicht gleichmäßig
- Zu stark toasten: mehr Bitterkeit, weniger Genuss
Gerade beim letzten Punkt lohnt ein Hinweis: sehr stark gebräunte stärkehaltige Lebensmittel können mehr Acrylamid enthalten – daher gilt grundsätzlich: goldgelb ist besser als dunkelbraun.

Welches Brot ist das beste?
Das hängt davon ab, was Sie vorhaben:
- Toastbrot/Sandwichbrot: feinporig, ideal für Standard-Toast
- Sauerteigbrot: kräftig, stabil, trägt viel Belag
- Pain de mie: französischer Klassiker, dichter, edler
- Brioche: perfekt für süße Toasts oder French Toast
Als Faustregel gilt: Je üppiger der Belag, desto stabiler das Brot.
Ist Toast ungesund?
Toast ist weder der Gesundheitsfeind noch das Superfood. Entscheidend ist, welche Brotsorte Sie wählen, was Sie darauf geben und wie oft Toast bei Ihnen auf dem Speiseplan steht
Klassisches Toastbrot ist oft sehr fein gemahlen und ballaststoffärmer als Vollkornbrot. Wenn Sie toasten möchten, aber gesünder, funktionieren: Vollkorntoast, Sauerteigbrot sowie Kombinationen mit Protein und Gemüse (Ei, Käse, Lachs, Bohnen, Avocado, Tomaten). So wird Toast nicht nur Snack, sondern tatsächlich eine kleine Mahlzeit.
Vier Rezepte zum Tag des Toasts
Wiener Grilled Cheese Deluxe (Pfanne)
Zutaten für 2 Toasts
- 4 Scheiben Sauerteigbrot oder hochwertiges Sandwichbrot
- 80 g Cheddar
- 60 g Gruyère (alternativ Emmentaler)
- Butter
- 1 TL Dijon-Senf
- optional: Pastrami oder Schinken
Zubereitung
Käse reiben und mischen. Brotscheiben innen dünn mit Dijon bestreichen, Käse dazwischen verteilen. Außenseiten buttern. In der Pfanne bei mittlerer Hitze pro Seite 3–4 Minuten braten. Kurz ruhen lassen, diagonal schneiden.
Vegetarisch: Avocado–Ei–Chili-Toast
Zutaten für 2 Toasts
- 2 Scheiben Sauerteigbrot
- 1 reife Avocado
- 2 Eier
- Zitronensaft
- Salz, Pfeffer, Chiliflocken
- optional: Feta oder Parmesan, Kresse
Zubereitung
Brot rösten. Avocado zerdrücken, mit Zitrone, Salz und Pfeffer abschmecken. Eier als Spiegelei oder pochiert zubereiten. Avocado aufs Brot, Ei darauf, Chili darüber – fertig.
Süß: Brioche French Toast mit Honig & Beeren
Zutaten für 2 Portionen
- 4 Scheiben Brioche oder Toastbrot
- 2 Eier
- 120 ml Milch
- 1 TL Vanille
- Butter
- Beeren, Honig oder Ahornsirup
Zubereitung
Eier, Milch und Vanille verquirlen. Brot kurz eintauchen. In Butter bei mittlerer Hitze goldbraun braten. Mit Beeren und Honig servieren.
MYHOME-Tipp: Pastrami-Toast mit Honigsenf (Pfanne)
Zutaten für 2 Toasts
- 4 Scheiben weißes Toastbrot
- 140 g Pastrami
- 1 mittlere weiße Zwiebel
- 2–3 Cornichons
- Honigsenf
- Butter
Zubereitung
Zwiebel in ca. 3 mm dicke Ringe schneiden und in wenig Olivenöl weich dünsten. Cornichons der Länge nach in dünne Scheiben schneiden. Je zwei Toastscheiben aufeinanderlegen, Außenseiten mit Butter bestreichen und in der Pfanne goldgelb braten. Pastrami nur kurz in einer Pfanne erwärmen – nicht braten. Toasts aufklappen: eine Seite mit Pastrami, Zwiebeln und Cornichons belegen, die andere großzügig mit Honigsenf bestreichen. Zuklappen, diagonal schneiden, genießen.
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